
🦄 Ponypapers
Der Tag, an dem wir wirklich die Fahrräder kaufen wollten.
10:00 – Die kleinen, unschuldigen Pillchen, auch bekannt als Abführmittel, die weder gestern Abend noch in der frühen Nacht eine Wirkung zeigen wollten, schlugen während meines seligenden Schlafes bei Adrians Magen zu. Große Teile der restlichen Nacht verbrachte er auf dem charmanten Fliesenboden unseres kleinen Badezimmers im Hostel, sehnsüchtig auf irgendein Ende wartend. Man kann doch nicht an einer leichten Überdosierung von Abführmittel sterben? Nein?
Nun, am späten Morgen verebben langsam Bauchkrämpfe – nur fern der Reichweite einer Toilette möchte er den heutigen Tag nicht verbringen. Meine Krämpfe haben sich wie erwartet schon verabschiedet, so wie ihre Existenz nichts weiter als die Strafe für die Leugnung sind, dass solche Mädchenschmerzen überhaupt je real wären. Dafür plagen mich nun leichte Halsschmerzen, die sich aber im Lauf des Tages wohlig in meiner Kehle einrichten, offensichtlich zur dauerhaften Campierung fest entschlossen. Dass Adrian eine auf unserem Handy angekommene Nachricht der vietnamesischen Regierung übersetzt, tut ihr übriges: Vor der rasanten Ausbreitung des Denguefiebers wird gewarnt, einige Sicherheitsratschläge gegeben, „behandeln Sie die Krankheit nicht zuhause, gehen Sie umgehend in ein Krankenhaus“. In einem hypochondrischen Anfall bade ich mich in Anti-Mückenspray, bevor ich mich, diesmal allein, auf die Straße wage, die mir an diesem Tag prompt feindseliger erscheint.
Schon als ich die fünfstöckige Treppe runterlaufe, fallen mir die zwei Feuerlöscher auf, die eine direkte Vorstellung davon evozieren, wie desaströs sich ein Brand in diesem sehr dicht und sehr hoch gebauten Viertel gestalten würde.
Als dickes, weißes Fleisch schiebe ich dann meinen verräterischen Europäerkörper durch die Straßen, die welterobernde Nase immer einen Schritt voraus, bis ich endlich im 1. OG eines Cafés einen Unterschlupf finde, um mich für heute zu verstecken.
🐾 Panthapapers
Wegen dem gestrigen Purgativ-Exzess bin ich zu labil, um das Hotel-Zimmer zu verlassen. Erst gegen Abend beginnt sich der umgestülpte Darm wieder zu beruhigen. Dafür spürt nun Lili üble Halsschmerzen heraufziehen. Wir versuchen es mit heißer Suppe, die uns beiden guttut.
