Samstag 1.6.2024 Port Dickson

🩄 Ponypapers

Heute habe ich das Gedicht “Mein Freund Walter Henn ist tot” gesucht. Als ich es vor ein paar Jahren las, hat es mir gut gefallen. Über Walter Henn war damals im Internet gar nichts zu finden. Wer war er gewesen? Wie war er gestorben? Ein anziehendes RĂ€tsel, – den hĂ€tt’ ich auch gern zum Freund gehabt. Der hatte es richtig gemacht und (anscheinend) nichts hinterlassen, war nur ein Geist, ein Gast, eine Aura im Kopf begabter Freunde, bereit, eine Figur in einem Fantasma zu werden.

Inzwischen hat man zu meinem großen Missfallen Walter Henn aus seiner verstaubten Schublade gezogen und seine Lebens- und oh Missgeschick, welche EnttĂ€uschung, seine Werkdaten, auf Wikipedia vermerkt. WĂ€re er etwa kein schöneres RĂ€tsel im Gedicht des Freundes geblieben?

Dieses wollte ich weiterhin finden, aber bis auf einen Ausschnitt wollte Google durchaus nichts hergeben. Da setzte sich der Zauberlehrling neben mich und ließ den dienstbaren Geist tanzen. ChatGPT lieferte ein Gedicht: “An meinen Freund Walter Henn.” Adrian zeigte es mir. Es war nicht das richtige. Nochmal den richtigen Titel eingegeben und wieder lieferte ChatGPT. Es klang Ă€hnlich wie das erste und doch mitnichten wie das Erinnerte. Da ermahnte Adrian den dienstbaren Geist. “Hast du mich angelogen und dir selber die Gedichte ausgedacht?” Und es antwortete: “Ja, das habe ich getan. Tut mir leid, wenn das zu Verwirrung gefĂŒhrt hat. Dieses ist das korrekte Gedicht:” Aber erneut log der Geist. Nun, das Gedicht muss also ganz altmodisch zuhause in alten BĂŒchern gefunden werden und doch war meine Sympathie zu ChatGPT nie grĂ¶ĂŸer, denn als er uns belog.

Ponykalender: Denn wisse, – aller kreativer Geist, der lĂŒgt.

đŸŸ Panthapapers

Wir waren unseres Golfhotels fast schon ĂŒberdrĂŒssig geworden. Aber als uns gestern einfĂ€llt, dass wir unseren Aufenthalt nicht verlĂ€ngert haben und dass außerdem alles ausgebucht ist, entdecken wir eine neue Sympathie fĂŒr unsere halbwegs gĂŒnstige Unterkunft. GlĂŒcklicherweise schmeißt man uns nicht raus, man verlangt nur mehr Geld. Aber fĂŒr etwas dermaßen Herrliches zahlt man gerne seinen Preis.

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