
🦄 Ponypapers
40 km.
Komplett gerädert eine Dankeskarte gemalt unter dem beaufsichtigenden Blick der Tochter. Da muss man vorsichtig sein, dass keine Rotzfäden drauf tropfen, die nun so ungehindert aus der Nase fallen, dass man einfach nen Korken auf sie stopfen will.
Bei all dem Geschniefe von den Eltern gefragt, ob ich krank sei. „Nein, nein, das ähm ist immer so. Ab und zu ein kleiner Hatschi. Macht gar nichts.“
Wir werden zum Frühstück ausgeführt zu einer klassischen Pho-Suppe, dann nach reichlich Dankesworten, Verabschiedung und Kontaktaustausch geht’s wieder auf den Weg.
Diesmal fahren wir nicht weit. Gerade mal zum nächsten Ort soll es gehen. Dann Hostel suchen und Antibiotika auf die Krankheit kippen. Bis zum nächsten Mal warten? Dass ich nicht lache. Sofort wird ihr der Gar ausgemacht. Der Hahn abgedreht! Klappe zu und aus!
Wir haben unseren Ort noch nicht verlassen, als der nächste Reifen platzt. Diesmal der Hinterreifen von Calli. Es wurde uns wahrlich nicht zuviel versprochen von unseren vietnamesischen Reitpferdchen. Alle naselang werden sie krank wie ich. Da können Calli & ich froh sein, dass Adrian nicht heimlich mit Megawatt das Weite sucht. Den Reifen lassen wir für umgerechnet einen Euro flicken. Derweil löst unsere kleine Panne drüben in der Essens- und Bierbar erneut Zufriedenheit aus. Obwohl möglicherweise zu Bier und Essen in größerer Runde eingeladen (wer weiß, ich glaub das Lachen ist freundlich gemeint?), ziehen wir weiter, nachdem wir uns brav haben fotografieren lassen.
Nach schlappen 40 km suchen wir ein Hostel, finden eins direkt beim Fluss (Überschwemmungsgefahr?) und ich mach mich startklar fürs große Penicillinfressen. Nur kurz ein Moment – Packungsbeilage lesen. Was ist denn hier für Hals, Nase, Kopf (?), und wieder einmal hindert die Recherche mein Vorhaben. Das garstige Google erzählt, dass Antibiotika nur gegen Bakterien wirken (ja und?), aber Schnupfen und Co meistens viralen Ursprungs, Antibiotika mithin wirkungslos sind. Da ich keine Indizien einer bakteriellen Erkrankung aufweise (schnell steigendes Fieber, gepunkteter Rachen), grummel ich mich in die Laken und speichel, rotz und hust die Stunden bis zum späten Abend dahin.
🐾 Panthapapers
Wir verlassen die freundliche Familie Anh und fahren weiter. Natürlich gleich die nächste Reifenpanne. Diesmal Hinterrad. Ich spar mir den Aufwand in der Mittagshitze, ein lokaler Fahrradmechaniker flickt das Teil für 20000 Dong, das sind 80 Cent. Lili geht es immer schlechter. Wir schaffen es dennoch bis zum Zielort in Thái Binh. Dort quartieren wir uns erst mal in einem moderat günstigen Hotel ein, das uns die nächsten Tage das Krankenzimmer stellen wird.
