
đŠ Ponypapers
Nachem wir im glattpolierten, reinen & strahlenden Impfzentrum waren, um mir Tollwutspritze Nr. 4 zu setzen, machen wir uns auf den Weg ins lokale Krankenhaus.
Wir haben Schwierigkeiten den Empfang unter all den GebĂ€uden auszumachen. Kaum an irgendeinem Eingang angekommen hat man den Eindruck, an einer Schwelle zu stehen, die keinesfalls zu gröĂerer Gesundheit fĂŒhren könnte.
Eine fragwĂŒrdige Gestalt bringt uns an Betten mit Leidenden vorbei zu einem Krankenschwesternzimmmer, durch dessen Fenster wir hilflos blicken. Worauf promt ein weiĂbekittelter Arzt uns zur Notfallambulanz geleitet. DrauĂen liegen Menschen auf BĂ€nken und warten auf StĂŒhlen. Nur worauf warten sie? Auf ihre Behandlung? Auf Nachricht kranker Angehöriger? Hier steht die Zeit still. Man ist gekommen um zu bleiben.
Die Notfallambulanz macht indes ihrem Namen alle Ehre. Wer hier liegt, liegt zu Recht: Die EKG’s blinken monoton ihre Kurven, durch die SchlĂ€uche lĂ€uft geradewegs Sauerstoff aus groĂen Flaschen in ausgedörrte Menschen, die VerbĂ€nde sind rot von Blut und gelb vom Jod. Man ist hier grundsĂ€tzlich entweder alt & krank oder jung & verunfallt.
Ratzfatz gesellen sich zwei weitere Ărzte zu uns. Kurze Befragung, dann werden wir schon zum CT gefĂŒhrt und Adrian in die Röhre geschoben. Danach sollen wir ne Stunde auf die Bilder warten, aber schon nach 15 min ist man wieder bei uns. Bilder da, alles ok. Können nach Hause gehen. Zum Abschied schreibt man uns ein paar Medikamente auf und winkt uns begĂŒtigend. Mit den Fotos von Adrians Innereien machen wir uns auf den RĂŒckweg.
đŸ Panthapapers
Die Nacht hindurch BauchkrĂ€mpfe. Zeit etwas zu unternehmen. Wir besorgen erst Lilis nĂ€chste Tollwut-Spritze. FĂŒhlt sich an, als hĂ€tten wir ein Abonnement. Aber die Impfzentren sind hell, sauber und freundlichen, jedes StĂ€dtchen hat eines, dieses hier ist in einer Shoppingmall untergebracht und passt gut dort hinein. Eltern wiegen ihre Kindern, alls wirkt deutlich professioneller als unsere improvisierten Impfzelte zur Covid-Zeit.
Dann aber ins örtliche Krankenhaus wegen meinen KrĂ€mpfen. Uff, das ist ein anderes Kaliber. Chaos und Menschen und kranke und schwerkranke Menschen. Sich zurecht finden und hierhin und dorthin gewiesen werden. Viele liegen auf harten BĂ€nken ohne Lehne und schlafen oder warten, man weiĂ nicht worauf. Bei der Emergency-Station sehen alle noch krĂ€nker aus. Liege neben Liege, auf jeder ein alter dĂŒrrer Mensch im DĂ€mmerzustand. Ein Typ karrt gemĂ€chlich Sauerstoffflaschen durch die Bettreihen. Alles in mehrfacher Hinsicht befremdlich. Aber dennoch nimmt sich bald jemand unserer an, fĂŒhrt uns von A nach B, dauert nicht lange, schon steht da ein Mann mit Oberarzt-AutoritĂ€t. Man ĂŒbersetzt fĂŒr ihn. Ein paar Fragen, ab zum CT, muss auch nicht warten, rein da, 10 Minuten spĂ€ter die Ergebnisse. Keine BlinddarmentzĂŒndung, auch nichts Schlimmeres, sagt er. Zum Abschied ein paar Medikamenten-Empfehlungen und die CT-Bilder von meinem Unterleib, der sich bei ihrem Anblick langsam zu entkrampfen beginnt.
Trotzdem bleibt es erstmal bei der Wasser-DiĂ€t der letzten Tage und spĂ€t am Abend ein wenig Suppe. Und keine sauren GummibĂ€rchen. FĂŒrs erste.
