Samstag 6.1.2024 Fahrt nach Stoung (65 km)

🦄 Ponypapers

Diesmal teilen wir die Strecke zwischen Google & Mappy auf. Von den vorgesehenen 55 km fahren wir 35 auf den großen Straßen und die letzten 20 km gönnen wir Mappy, denn 20 km kann man eigentlich immer fahren, egal wie viel Uhr & wie heiß es ist. 

Die ersten 35 km liegen fix hinter uns, es ist noch früh, kein Grund, Zeit in einem Café zu verschwenden, während die Sonne höher steigt und so biegen wir optimistisch in einen breiten Lehmweg entlang eines Kanals ein.

Wie schön es hier aussieht, wie flach die Ebene, wie rot die Erde, wie weiß der Sand, wie hübsch die Spiegelungen im Wasser, wie zart das Gras & Geschling, wie karg die Weite, wie hart die Sonne. A propos Sonne: Die ist nun da und unser Sand-Steck-Fest-Weg endet im nichts. Oder besser gesagt vor einem Stacheldrahtzaun – danach geht er weiter. Nur ohne uns.

Also umdrehen und andere Holperstein & Hubbelwege fahren, so löchrig, dass Megawatts Watts für nichts sind und wir mit jämmerlichen 6-9 km/h über die Steine kriechen. 20 km gehen immer? Pustekuchen. Lili träumt von geteerten Wegen, und als wir endlich einen erreichen, will sie nicht mehr davon weg. 

Der führt in die falsche Richtung? Egal. Ich bleib hier, Mappy kann sagen, was es will. Adrian zerrt mich & Megawatt runter vom Weg und fluchend, widerstrebend folge ich dem Lehmweg. Auf der nächsten geteerten Straße geben Adrian und Mappy nach, die plötzlich – siehe da, doch eine Möglichkeit mit Teerweg finden. Da sieht man mal wieder. Der Klügere gibt nach? Von wegen. Der gibt nach, bis er der Dümmere ist. 

🐾 Panthapapers

Wegen dem zeitigen Aufstehen und den strengen Rationen heute ganz besonders großen Hunger. Ich glaube, Lili geht es ebenso. Dafür wunderbare Anblicke im Sonnenaufgang. Lili genießt die Landschaft, ich das frühe Leben der Menschen. Im Dämmerlicht werden die Feuer entzündet, es leuchtet und flackert allerorten in die Morgenbläue, während das Leben beginnt. Das meiste findet draußen statt. Daher ist eine Menge los. Ein großer Unterschied zur deutschen Atmosphäre, wo, teils dem Klima geschuldet, teils der modernen Mentalität, das Dasein ins Verborgene hinter Mauern und Vorhänge verlegt wurde.

In Ostasien isst man vom kalten Norden Chinas bis in die heißen Gebiete Indonesiens oft draußen. Hier sind die ursprünglichen Fast- und Fingerfood-Kulturen beheimatet. Neben dem klassischen Restaurant-Besuch wie bei uns gibt es das alltägliche Schnabulieren an Essensbuden und in Suppenküchen. Darüber hinaus das lange Abhängen in Cafés, wo man sich ein Getränk bestellt und dann gut und gerne ein paar Stunden am Handy zocken oder in einer Hängematte schlafen darf. Und auch die Kochstellen und Essenstische der Privathäuser sind meist so offen, dass man den Familien reihenweise bei den Mahlzeiten zusehen kann. Daher, wie gesagt, ein Land voller Lagerfeuer in den frühen Morgenstunden. Und zwei knurrende Mägen, die vorbei fahren.

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