Mittwoch 27.3.2024 Langkawi

🦄 Ponypapers

Ein weiterer Text- & Tipptag, in Gesellschaft einer jungen Katze, die unser Resortgelände fleißig überwacht – am liebsten halbgeschlossenen Auges ruhend im Schoß. Wirklich ein ausgesprochen anhängliches Stück ist unsere Tigerin, wenn sie nicht mehr auf uns schlafen darf, dann am liebsten an ein Bein gekuschelt oder warum nicht auch auf den Fuß (?) mit Sicherheit zumindest die Bank nebendran oder auf dem Tisch den Kreis als Dritter im Bunde gleichsam schließend.

Nein, wie ein wackerer Einzelgänger wirkt unsere Freundin nicht, sondern eng gebunden. Mag der Tourist auch wechseln mit seinen Eigenheiten, was die Großzügigkeit von Streicheleinheiten & Fütterung anbelangt, Hauptsache ein paar Zweibeiner: “sie werden mich schon mögen und schnell feststellen, wie bezaubernd ich bin.”

Nur, wenn die Eigentümerinnen kommen, dann springt sie auf und rast wie ein wilder Teufel Richtung Parkplatz, wo der Scooter gerade hält: “Da sind sie, meine Lieblingsmenschen. Endlich! Jetzt weiß ich erst, was ich die ganze Zeit vermisste. Wie habt ihr mir gefehlt.” Sanft streicht sie um die Beine.

Später muss sie wieder mit uns, den Dauergästen der Schattentischrunde vorlieb nehmen. Motiviert knetet sie unsere Oberschenkel: “Ob ich je etwas anderes wollte? Ih wo. Das müsst ihr euch eingebildet haben, wo ihr so gut streicheln könnt. Nur nicht aufhören. “ Voller Elan drückt & drängt sie ihr Köpfchen gegen unsere Schreiberhände: “Nur nicht aufhören. Ich nehme die Zärtlichkeit auf Vorrat, für einsame Tage. Ich wisst: Nur nicht mit dem Streicheln geizen. Die Welt ist so trist da draußen.”

Und wenn morgen Früh unsere Katze schmeichlerisch um neue Touristenbeine streichen wird: “So gut bin ich noch nie gestreichelt worden. Du bist der Beste!” – Ich werde sie vermissen, das plüschige Ding. 

🐾 Panthapapers

Wie mir meine “Travel & Care” App meldet, wurden am 22.3. in zahlreichen Ortschaften Südthailands Anschläge verübt, d.h. Tankstellen in Brand gesetzt. Wären wir, statt nach Westen abzubiegen, einfach weiter südwärts durch die “riskanten” Provinzen weitergefahren, so wie ursprünglich geplant, wären wir an diesem Datum genau durch die attackierten Gebiete gekommen. Gar nicht so ungefährlich, eine Person ist bei den Angriffen immerhin umgekommen.

Ich bin mir nicht sicher, warum die Separatisten Tankstellen für ihre Aktionen ausgewählt haben. Außer der Tatsache, dass sie gut brennen, scheinen sie mir keinen weiteren strategischen Vorteil als Terrorziele und vor allem keinen symbolischen Mehrwert zu bieten.

Viel überzeugender käme mir stattdessen etwa eine thailändische Flaggenfabrik, ein Militärstützpunkt oder ein Restaurant mit thailändischen Spezialitäten vor. Nunja, ich kenne mich in sowas auch nicht aus, ich habe an Separatisten und Anarchisten immer nur ihre Musik bewundert, nie ihr Programm. Tatsächlich wäre am 22sten unser Visum bereits abgelaufen gewesen und die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns in Narathiwat oder an einem anderen betroffenen Ort befunden hätten, daher verschwindend gering. Darüber hinaus brauchen Fahrräder kein Benzin. Aber für ein kleines gedankliches Was-wäre-wenn-Spiel reicht so eine Meldung natürlich trotzdem aus.

Zeitgleich hat mir die App gemeldet, dass das thailändische Parlament die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hat. Mit 399 zu 10 Stimmen. Aber dazu fällt mir nicht so viel ein. Außer natürlich: Herzlichen Glückwunsch.

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