
🦄 Ponypapers
Vertieft in Zarathustra’s Zeilen…
🐾 Panthapapers
In vielen Gebieten Asiens gilt es als eine Beleidigung, wenn man mit der Fußsohle auf jemanden zeigt. Wohl aus der alten Idee, dass die Füße der schmutzigste Teil des Körpers sind. Auch wenn mir da ganz andere Körperstellen einfallen würden. Verschiedene Traditionen, nehme ich an. Obwohl unsere hochmittelalterlichen Vorfahren in ihren Städten und Dörfern von ihrem ersten bis zu ihrem letzten Schritt durch einen Teig aus Tier- und Menschenkot stapften, ist keiner von ihnen je auf die Idee gekommen, die Füße seien außerordentlich schmutzig.
In Asien aber denkt man durchaus so. Was zu zahlreichen Problemen führt. Im Café einen Fuß auf das andere Bein legen? Unmöglich, denn damit beleidigt man quasi alle Passanten. Der Schneidersitz bedeutet, ich zeige meinem Publikum mit beiden Händen den Mittelfinger. Die ausgestreckten Beine auf einer Liege sind äquivalent mit zwei entblößten Pobacken.
Man glaubt nicht, wie viele bequeme Formen des Sitzens, Liegens, Lungerns und Lümmelns durch dieses Tabu unmöglich gemacht werden. Dem kultursensiblen Europäer bleibt beim Reisen nur die preußische Orthogonalität: Jede Kante im rechten Winkel, egal ob man sitzt, liegt oder steht.
Und der Asiate? Erfand die kauernde Sitzhaltung mit beiden Füßen auf dem Grund. Mit genug Training kann man sich damit überall komfortabel positionieren, ohne Anstoß zu erregen. Aber, mit Verlaub, man sieht dabei immer aus, als ginge man gerade auf die Toilette. Verschiedene Traditionen eben.