
🦄 Ponypapers
Aus drei Tagen sind vier Wochen geworden. Am Freitag soll es losgehen. Tatsächlich drängt es doch auch ein wenig in den Gliedern, wieder unterwegs zu sein, wieder auf einen Ponyrücken, die Welt so groß und weit.
Polarsteps sagt, 2 % der Welt haben wir jetzt gesehen. Mensch, da gibt’s aber noch eine Menge zu entdecken und außerdem will ich ja jetzt schon wieder nach Vietnam und Kambodscha und auf diese Insel, ja auf diese hier, will ich auch zurück.
“Wir werden doch wiederkommen?”, frage ich Adrian.
“Ja, eines Tages”, und lächelt mich doch tatsächlich beruhigend an.
“Eines Tages?” Das ist doch ne deprimierende Antwort, finde ich. Ich mein, “Eines Tages?”, das klingt nach ner Zeitangabe, die ich ganz sicherlich nicht mehr erleben werde. So klingt das!
🐾 Panthapapers
Zu meinem grossen Erstaunen gibt es immer wieder Produkte, die man nur in einer bestimmten Ecke der Welt benutzt, besitzt und kauft. Wie man in Südvietnam überall kleine Geräte angeboten sah, die von Lichteffekten umspielten, duftenden Wasserdampf im Raum verströmten, so wie man jenseits der Grenze zu Frankreich in den Supermarché plötzlich die delikatesten Dosengerichte vorfindet, während man sich in deutschen Märkten mit ekligen Fleischrestbatzen in dünner Linsensuppe abfinden muss, so sind es in Malaysia die Wasseraufbereiter, die einem allerorts ins Auge springen. Man schliesst direkt den Hahn mit Leitungswasser an und sie bekämpfen in ihrem magischen Tank mit UV-Licht alle Viren und Bakterien, bevor sie das dergestalt physikalisch gereinigte Endliquid dem durstigen Konsumenten zum Genuss darbieten. Und zwar wahlweise kalt oder heiss. Gemeinsame mit dem überall verfügbaren Instantkaffeepulver hat man also einen schier unerschöpflichen Vorrat an Kaffee stets nur einen Knopfdruck entfernt. Ich brauche wohl kaum erwähnen, dass der Koffeinspiegel im Blut seit unserer Ankunft an den Wasseraufbereitungsgestaden beeindruckende Höhenflüge unternommen hat. Inklusive dem ein oder anderen Looping. Die erste Tasse wird verköstigt, um die zweite zurück zum Bett tragen zu können, damit der andere aufstehen und Kaffee holen gehen kann. Die Tagebucheinträge seit Langkawi sind ausnahmslos mit zittriger Hand geschrieben und kaum noch zu identifizieren. Nachts wache ich manchmal erschrocken auf und glaube, mein Herz laut gegen die Brust pochen zu hören. Bestimmt hat das ganze auch positive Seiten. Ich werde gleich darüber schreiben. Nur noch schnell eine Tasse Kaffee holen zuvor. Ich schätze, jede Erfindung hat ihren Preis.