
🦄 Ponypapers
Teures Hostel am Wochenende, Dunkel-Holzbau, heiß, See vermüllt, Thunfisch-Sandwich, Abends Bier.
🐾 Panthapapers
Jedes Land hat seine Eigenheiten, wie ich schon oft beschrieben habe. Wie man in Vietnam in jedem Zimmer Hausschlappen zu jedermanns Gebrauch vorfand, so lässt sich in Malaysia als nationales Proprium neben Warmwasserspendern und Muezzingesängen der breite Deckenventilator ausmachen. Kaum ein Raum betritt man, ohne dass einem zwei bis vier flachkantige Rotorblätter dicht über dem Kopf kreisen. Sie wirken auf mich stets gleichermaßen nostalgisch wie bedrohlich. Natürlich hätten sie kaum die Kraft, ernsthaft zu verletzen. Aber das vergisst man leicht und fühlt neben dem wohltuenden Windhauch von oben auch die beunruhigende Präsenz eines hexelnden Propellers. Beunruhigend, weil die natürliche Bewegungsrichtung von allem, was oben hängt, unten ist. Die Amygdala bleibt stets auf latente Gefährdungslage geschaltet, während die Großhirnrinde keine nennenswerten strukturellen Unterschiede zwischen diesem Raum und einem ventilatorlosen erkennen kann. Bleibt nur die Nostalgie, um das Unterbewusstsein zu beruhigen. Aber dafür bräuchte es eine leichte Sepia-Tönung, Zigarrenqualm und ein Gläschen Cognac. Von diesen drei Elementen findet sich leider kein einziges in Malaysia. Schade. So ist es nur ein Deckenventilator.
