Mittwoch 15.5.2024 Fahrt nach Shah Alam (15km)

🦄 Ponypapers

Landeinwärts geht’s, vor Ort wollen wir bei einem UPS-Store nachfragen, wie zum Teufel wir Megawatt mit Batterie verschiffen können, selbst wenn dies heißt, beängstigend nah an Kuala Lumpur heranzukommen. Ein Appartement-Hochhauskomplex lockt außerdem mit günstigem Angebot, das, nun gebucht, mit allen Steuern und Reinigungszuschlag und Deposit gar nicht mehr so günstig ist. 

Wir kommen in einem Wolkenkratzer-Einkaufsmall-ausgestorbener-Rummelplatz-Komplex an. Überall Menschen, überall Security, ein unübersichtliches Parkhaus, keine Lobby, dafür Einkaufsparadiese wohin man blickt. Einchecken dürfen wir erst um drei, ich maile mit dem Eigentümer über Whatsapp. Am Ende bekommen wir von einem schmierigen Typen die Schlüssel für unser Appartement ausgehändigt, nachdem wir Cash bezahlt haben. Keine Quittung, weder für die Rechnung noch fürs Deposit. Ich schreibe dem Eigentümer, dass ich ne Bestätigung will für die bezahlte Rechnung und der W… schreibt, er werde sich drum kümmern. Um gar nichts wird sich da gekümmert, das ist ja schon mal klar. Vom lieblos und derangierten Zimmer blicken wir auf andere Hochhaushochburgen. Nur der 6. Stock diesmal, da wohnt man noch nicht bei den Göttern. Aber ob hier Götter wohnen, da hege ich so meine Zweifel. Diese Frage beschäftigt mich auch bei meinem Spaziergang zur Mall und dem anschließenden Besuch beim lichterwachten Rummelplatz. Angenommen man würde einen x-beliebigen Bürger, egal aus welcher Zeit, egal von welchem Ort, auffordern zu spekulieren, welche Gebäude den Göttern und welche den Teufeln zugeordnet sind, ich wette, der müsste keinen Moment zögern bei seiner Antwort für Stahl und Glas.

🐾 Panthapapers

Man hat in der näheren Umgebung von Kuala Lumpur eigene Wege für Motorroller abseits der großen Straßen gebaut. Ihnen wurden Unterführungen und Brücken errichtet. Kein LkW hat darauf Platz, die Motorrollerfahrer haben sie ganz für sich allein.

Nur dass sie das nicht interessiert. Auf den großen, gefährlichen Straßen lässt sich einfach viel fetter heizen als auf den eleganteren Seitenwegen. Und so liegen sie nun leer und verlassen dem Spiel von Regenstürzen und Sonnenbrand ausgesetzt und verwittern unbenutzt – und mittlerweile ungepflegt – ihrem Baufall entgegen. 

Gut für uns. Ein dünnes Netz von Schleichwegen mitten im infernalischen Geflecht der Todesstraßen. Die Reste eines hübschen Traums, den einige Stadtplaner und vielleicht ein Bürgermeister einmal hatten. 

Wir radeln unbehelligt in der Höhe über die Autobahnen hinweg und sehen, wie die Motorroller unten in Staus und an Ampeln ihren Tag verwarten. Natürlich, wenn es grün wird, rasen sie los, mit Krach und Kawumm. Immer schön laut, immer schön schnell. Aber da sind wir schon angekommen.

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