
🦄 Ponypapers
Ein jammervoller Tag. Wie konnte ich nur denken, dass nach dem morgendlichen Leid und dem gehetzten Aufbruch ein geeignetes Nachmittagsessen in einer Drachenfrucht bestehen könnte? Vielleicht war es auch das Chicken Bryani in seiner vorbereiteten Plastikpackung für die Mikrowelle? Sicherlich nicht der anschließende Bananacake. Und auch die Chipspackung halte ich für unschuldig.
Entweder die Drachenfrucht oder das Chicken, so fahnde ich nach einem Schuldigen, während ich einen weiteren pinkfarbenen Strahl in die Schüssel drücke. Erschöpft liege ich einen Moment später auf dem Sofa und bette das nasse Handtuch auf die Stirn. Obwohl es mitnichten Kopfgeburten sind, die ich in zehnminütigem Abstand aus mir heraus schleudere, hat der Kopf entschieden, in die Geburtswehen mit einzustimmen. Welch Leid, welch Elend. Wie habe ich nur meinen Körper so gegen mich aufgebracht? Was habe ich ihm getan, außer ihn mit Vitaminen zu füttern (und ein paar Chips)? Sanft streichel ich den Bauch und versuche ihm gut zuzureden. Kein Grund, dein Innerstes nach Außen zu stülpen, wirklich niemand will das sehen. Versucht er mir einen Ratschlag zu geben, mir etwas mitzuteilen? Warum in dieser Weise? Und warum hat er sich gerade diesen Tag ausgesucht? Schon springe ich auf, renne an Adrian vorbei, der in aller Seelenruhe sein Frühstück verspeist und verziere die Schüssel mit einer weiteren Pinkvariation. Oh weh, oh weh, ich fürchte mein Geburtstag könnte, – sagen wir mal, ins Wasser fallen…
🐾 Panthapapers
Ich möchte schwimmen. Bei all dem unappetitlichen Klein- und Großgetier, das sich in diesem warmen Meer ebenso wohlfühlt wie ich es würde, ziehe ich, die Gefahr vermeidend, das hoteleigene Schwimmbecken vor. So stehe ich völlig ausgerüstet mit Latschen, Handtuch und Taucherbrille vor dem Poolwart, der mir sagt, ich möge mich noch zwanzig Minuten gedulden, und sich wieder eifrig der Pflege des Nassbereiches widmet.
Als ich eine halbe Stunde später wiederkomme, hat sich das kristallklare Wasser in ein milchiges, trübes Liquid mit weißen Schlieren und Flocken verwandelt. Er hat wohl ein desinfizierendes Mittel hineingegeben, denke ich mir, vielleicht Chlor oder dergleichen, irgendwofür müssen die Kanister vorhin ja gut gewesen sein, und tauche ins frisch gereinigte Becken. Ist doch gut, wenn alles sauber ist, gerade angesichts der Kinder, die da gestern Abend drin gespielt haben.
Aber nach den ersten zwanzig Bahnen beschleicht mich das Gefühl, meine Zähne würden porös, und nach weiteren zwanzig bin ich mir sicher, dass etwas nicht stimmt. Ich habe keine Ahnung, welche zahnschmelzauflösende Säure der gute Mann da in so abenteuerlicher Konzentration in die kleine Schwimmwanne gelassen hat, aber von nun an tut mir jede Kaubewegung weh. Wer weiß, was von meinem Gebiss übrig geblieben wäre, wenn ich noch zwanzig geschwommen wäre. Hohle Stumpen vermutlich. Und da dachte ich, das Meer sei gefährlich.