Sonntag 8.10. Fahrt nach Bac Ninh

🦄 Ponypapers

65 km.

Starker Schnupfen (Allergie?) und Kopfschmerzen. Adrian weckt mich sehr früh. Ich habe einen Kater. Warum nur? War die halbe Suppe etwa zuwenig Grundlage? Da ich weiß, mit welchem Blick mich Adrian anschauen würde, sage ich nur, dass ich etwas müde sei, ob man noch etwas schlafen könne? Nein, kann man nicht, das nächtlich gegebene Versprechen fordert eingehalten zu werden, ist leider nicht als Versprecher zu tarnen.

Alsbald schwingen wir uns also unter der sengenden Sonne auf unsere tapferen Ponys. Habe ich am vorherigen Tag doch etwas an Megawatt gezweifelt – hätte ich nicht ein weniger betrügerisches Pony nehmen sollen (?) – bin ich alt geworden und verweichlicht (?) – bin ich etwa eine Frau um die 40 (?), so ist heute Megawatt meine Rettung und ich lasse mich folgsam von ihm voranziehen.

Dennoch, die Nase tropft, der Kopf schmerzt und das Halsweh kehrt auch zurück, mit neuer Intensität Stunde um Stunde. Halb geschlossenen Auges, zum Navigieren untauglich, murmel ich diffus in Adrians Reichtung: „Ich glaub heut ist nicht so mein Tag.“ Viele erfolglose Versuche ein geöffnetes Café und eine Toilette zu finden später, steigt die Sonne von ihrem Sonnenzenit hinab, hinterlässt uns glühende Nachmittagshitze. Lili taumelt auf Megawatt. Wirklich Zeit, ein Hostel zu finden. Wir finden eine Villa, ein Herrenhaus, halb Schloss, heruntergekommener Glanz der Kolonialzeit. Wo kein Marmor mehr ist, klebt Plastikimitat sich ablösend und zerfetzt an den Rändern. Am Abend essen wir in einer großen, leeren Restauranthalle. Alle Stühle sind mit Leinengewändern umkleidet und an der Lehne mit roter dicker Seidenschleife gegürtet. 

Von Weitem – Festsaal ohne Besucher und wir deplaziert an einem langen Tisch. Von Nahem – kein einziges der Leinenstuhlgewänder ist sauber und für unser Hühnergeflügel – Schenkel – und Kopfsuppe zahlen wir bittere 400 000 vietnamesische Dong, nachdem man sich vorher allerlei Mühe gegeben hatte unsere Frage nach dem Essenspreis wirklich nicht zu verstehen.

Dann nach dem Essen falle ich gegen 18 Uhr ins Bett & schlafe bis zum nächsten Morgen, Ibuprofen gedankt 14 Stunden.

🐾 Panthapapers 

Wie ein verwunschenes Schlösschen mit gigantischem, perfekt gerichtetem Speisesall, in dem ganz alleine nur Lili und ich sitzen und zu Abend essen.

Märchenhaft teuer wird dieses Essen dann auch, wir hätten früher nach dem Preis fragen sollen (es klang alles so, als wären wir eingeladen) und sind unglücklich.

Nach oben scrollen