Mittwoch 11.10. Fahrt nach Ha Long

🦄 Ponypapers

Unterwegs 50 km.

Am nächsten Morgen sind wir einhellig der Meinung, auf die Impfung verzichten zu können. Gut, gut, machen wir uns also fertig, Adrian soll nur kurz checken, ob hier überhaupt ein Tollwutgebiet sei oder nicht jeder Gedanke daran überhaupt verschwendet. Eine halbe Stunde später: Adrian ist der Meinung, dass so ein kleines Spritzchen eine feine Sache wär – Google hat ihm zu viele Tollwutbilder gezeigt. Lili und ihre langsam wiedererwachende Hypochondrie sind sehr schnell überzeugt.

Aber ganz ruhig kann das vonstatten gehen, keine Panik, wir sind doch keine Europäerwaschlappen, keine Europäerangsthasen. Es wird wohl das beste sein, erstmal zur Halong Bay zu tuckern.

🐾 Panthapapers 

Im Eiltempo geht es in die berühmte Bucht. Das Schauspiel, das uns dort erwartet, überrascht. Die gigantischen Hotelfassaden erinnern an Las Vegas oder Macau. Ein pausenlos in zahllosen Mustern leuchtender, blinkender Wolkenkratzer neben dem anderen. Darunter in der Ebene folgt Geschäft auf Geschäft, Reihen und Blöcke von Restaurants, Cafés, Touristen-Shops. Atemberaubende Achterbahnen, imposante Riesenräder und ganze Freizeit-Themenparks mitten in der Stadt. Die surreale Lichtmaschine einer ewigen Stranddisco pumpt konstant dröhnende Bässe auf die Stadt. Selbst einige Straßenlaternen auf dem nächtlichen Weg dorthin sind darauf programmiert, mit dem Beat zu leuchten.

Noch unwirklicher erscheint die Szene, weil wir fast noch die einzigen Touristen sind in einem gigantischen Ferien-Apparat, der bereits angeschaltet wurde für all die vielen Tausend, die da kommen werden. Wir laufen über perfekte, leere Sandstrände, schleichen uns durch abgesperrte Jachtclubs und promenieren über Baustellen künftiger Villenviertel. Wenn ein Wachmann kommt, starren wir verwirrt auf unsere Handy-Karten-App und kommen immer ungeschoren davon. Kleine Freiheiten für Europäer.

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