Donnerstag 2.11. Fahrt zum Cuc Phuong Nationalpark

🦄 Ponypapers

40 km zum Nationalpark.

Weit ist’s nicht zum Nationalpark, aber ganz schön hügelig der Weg. Die Sonne scheint auch.

Wir machen ein paar Zwangspausen an Baustelle und Wegesrand. Am Anfang des Nationalparks gibts tatsächlich einen Campingplatz (4 Euro) und so für uns die erste Gelegenheit, ein Zelt aufzustellen. Ein schöner Ort direkt am See. Verführerisch zwinkert mir letzterer zu: „Magst nicht reinspringen?“ So halb bin ich mit den Füßen schon drinnen als L. mir schreibt, Schwimmen im Süßwasser sei immer ne schöne Idee und vor allem solle man drauf achten, das Wasser auch zu trinken, „damit die Bakterien, Viren und Parasiten auch ne echte Chance haben.“

🐾 Panthapapers 

Heute geht es zum Nationalpark. Dort soll es noch Primärwald geben, ursprünglichen, d.h. mehr oder minder unangetasteten Dschungel. Natürlich inklusive all dem anderen Primärviecherzeug an Insekten, auf das ich mich weniger freue. Eine anstrengende Fahrt unter heißer, heißer Sonne in eine zunehmend hügelige Gegend. Vor Ort dann zum ersten Mal auf dieser Reise eine Gelegenheit, unser Zelt aufzustellen. Eine Inspektion der nahe gelegenen Toiletten: kein Innenlicht, düstere Kabinen, selbst bei Tag ist es schwer, darin etwas zu erkennen. Im Ganzen wirken sie wie eine Falle, keine Chance, dass ich die betreten werde. In den Abendstunden beginnt denn dort auch das große Krabbeln, Spinnen in jeder Größe. Viele davon dürfen mir in meine Träume folgen.

In der Luft dagegen: Schmetterlinge wohin man blickt. Farbenfrohes Flügelieren im tropische hellen Sonnenlicht und grausig garstnes Zähnereiben in den Schatten-Niederungen. Das beschreibt ganz gut das Dschungel-Programm. Natürlich soll es hier auch größere Kaliber geweben, Schwarzbären, Nebelparder und Lemuren etwa, aber weder sie noch wir sind sonderlich bestrebt, einander zu begegnen, und so wird es wohl bei einer stillen Nachbarschaft bleiben. In der Nacht wache ich dennoch auf, weil ich einen Bär ganz in der Nähe rumoren höre. Ich denke an die offene Packung Oreos in unserer Tasche. Hätte ich doch noch verspeisen sollen. 

Aber nach längerem Zuhören scheint das tiefe Brummen und Grunzen doch eher dem Schnarchen von einem der Parkranger in dem Gebäude nebenan zu ähneln statt dem gierigen Gehabe eines oreo-hungrigen Waldbewohners, daher kehre ich vom Schreck erholt zurück in die höllischen Traumwelten, in denen eine achtbeinige, behaart vieläugige Primärkönigin ihre Millionen Kinder auf zur Fressjagd nach mir kreischt.

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