Freitag 10.11. Fahrt nach Cua Lo

🦄 Ponypapers

65 km.

Es ist heiß & wird noch heißer, die Tomate reift in der Sonne. Könnte man an diesem Küstencafé nicht einfach ein Zelt aufbauen? Aber nein, zu Adrians Seelenfrieden gehört neuerdings ein halbes Dutzend Ersatzschläuche und die hoffen wir zu erstehen in der großen, weiten und gut bestückten Stadt Vinh, die wir dann morgen mit einem Tagesausflug beehren wollen.

🐾 Panthapapers

Zwei Cafés retten uns heute vor dem sicheren Sonnentod. Das erste liegt am Strand, man könnte mitsamt der eiskalten Cola direkt in die Fluten steigen und sie nie mehr verlassen. 

Wie so oft bei unserem Anblick versucht die erste Person, die wir treffen, vor uns zu fliehen. Mit dem Englischen haben es die meisten nicht so, daher springt man schnell hinter die nächste Mauer oder duckt sich unter der Theke weg, wenn man plötzlich – was wohl nicht oft vorkommt – Weiße sieht.

Man würde nicht glauben, wie oft wir in einem Hotel, Geschäft oder Café schlechterdings niemanden antreffen. Problemlos könnten wir ganze Ladeninventare ausräumen. Manchmal liegt es aber auch daran, dass die Eigentümer irgendwo schlafen. Ganz erschrocken wachen sie dann auf, tun ihre Dienste und legen sich nicht selten direkt im Anschluss wieder auf die Couch oder in die Hängematte. 

In dem zweiten kleinen Hafen heute geben sich die Leute alle erdenkliche Mühe, unsere hochroten Köpfe und erschöpften Körper mit kühlen Getränken wieder aufzupäppeln. An den Wänden hat ein Maler großflächig Szenen aus dem Alltagsleben aufgetragen. Überhaupt gibt es an vielen Orten ganz individuelle, eigentümliche und überraschende Gestaltungen. Die Fassaden, Gärten, Mauer und Inneneinrichtungen sind unglaublich vielfältig. Allein beim Vorbeifahren fallen allerlei einmalige Ideen auf und oft genug findet man hinter einem einfachen Gatter plötzlich eine eigene Welt, sorgsam angelegte, verwinkelte Gärten oder liebevoll dekorierte Plätze und Wege. 

Das meiste davon wäre in unserem doch eigentlich liberalem Land aus allen erdenklichen, rechtlichen Gründen gar nicht möglich, eintönige Fassaden und stereotype Architektur lassen ein Wohnviertel wie jedes beliebige andere aussehen, während in einem kommunistischen Land die Singularität auf den Straßen feiert.

Wie auch immer, als zwei total geplättete Singulärindividuen jedenfalls kippen wir heute in Cua Lo ins Bett und überlassen uns Bruder Schlaf, dem großen Gleichmacher – in aller Herren Länder.

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