Samstag 11.11. Cua Lo

🦄 Ponypapers

1 Dose Cidre.

Jippie, wir müssen nicht nach Vinh, weil wir hier einen Fahrradladen gefunden haben mit einem Besitzer, der uns Schläuche verkaufen will. Nun haben wir Zeit fürs Schreiben und fürs Schwimmen.

🐾 Panthapapers

Wir wollen nach Vinh, in ein größeres Fahrradgeschäft, um uns endlich mit Ersatzschläuchen einzudecken. Das verspricht, ein aufwändiges und unangenehmes Projekt zu werden, aber wir stolpern unterwegs über ein paar Händler, die – natürlich mit verwunderter Miene und nach ausgiebiger Betrachtung der Räder – unseren Wünschen nachkommen.

Restlicher Tag frei, Lili schwimmt im Meer, das heute ohne Wellengang nicht aufregend genug ist, als dass ich wüsste, was damit anfangen. Auch Kaffee gibt’s, wieder in einem tief verschlungenen Garten, in dem zunächst niemand zu finden ist. Steinmassen, die wie Elefanten geformt sich, Teiche, Pavillons, viel Grün, natürlich viele Mücken, aber auch viel Freundlichkeit und Zeit zu schreiben und zu plaudern. 

Ansonsten ist auch dieser Ort voller Baustellen und ohne Touristen. “Westler” sieht man sowieso nicht, aber selbst die Vietnamesen, für die das alles gedacht ist, haben gerade offenbar keinen Urlaub. Wohin man blickt, wird dafür gesägt (!), gebaggert, gehämmert oder auch nur dekoriert. Alles andere, insbesondere die reiche Auswahl an Restaurants, die Google in unmittelbarer Nähe anzeigt, hat geschlossen oder seine Existenz in ein geheimnisvolles Nie-Gewesen-Sein gewandelt. Ein Großteil der gastronomischen wie auch der anderen Angebote in Vietnam scheint nur ein flüchtiges Dasein zu haben. Man sollte sehr gut prüfen, ob ein Hotel, ein Lebensmittelgeschäft oder eine Fahrradwerkstatt tatsächlich noch an Ort und Stelle ist, bevor man sich kilometerweit durch die Sonne quält, nur um dann festzustellen, dass diese ominöse Institution, von deren Angebot, Außen- und Inneneinrichtung man gerade noch beeindruckendes Fotomaterial im Internet sichten konnte und über die Yuyan Guory noch vor zwei Monaten eine begeisterte Rezension verfasst hat, einfach mitsamt Schild und Rolladen nicht von Landkarte, aber aus der Realität entschwunden ist.

Manchmal aber, wie heute, hat man Glück und findet dort etwas, wo die allwissende Karte nichts anzeigt. Und so schlafe ich heute durch ruhigere Träume, vier Schläuche, eine Unzahl Flicken und einen nigelnagelneuen passenden Schraubenschlüssel griffbereit gleich neben dem Bett.

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