
đŠ Ponypapers
Unsere Wirte wollen uns das Zimmer nicht noch einmal zum gleichen Preis ĂŒberlassen und so ziehen wir um.
Gerne wÀre ich ja in den Pool gehopst, aber die gemeine Krankheit hÀlt mich ab.
Auch heute geht’s mir nicht prĂ€chtig und bis zum Abend stelle ich fest, dass mich nicht etwa 100 MĂŒcken gepiekst haben, sondern ich eine Nebenwirkung in Form eines juckenden Hautausschlages entwickelt habe. Der Nietzscheartikel bleibt unkorrigiert und ich guck etwas traurig aus der WĂ€sche.
đŸ Panthapapers
GroĂe Websites wie Booking.com und Agoda mĂŒssen die Hotelszene in den letzten Jahren ganz schön aufgemischt haben. An den meisten Orten ist man ĂŒberrascht oder sogar genervt von den niedrigen Preisen, die wir zahlen. Wer weiĂ, welche GeschĂ€ftsbedingungen die armen Hoteliers unwissentlich akzeptiert haben, als sie auf irgendeinen Button klickten, um sich zu registrieren. Seitdem jedenfalls herrscht nicht nur die bittere Rachelust oder das höfliche Wohlwollen der Rezensenten auf Google ĂŒber ihr Gedeihen, sondern auch ein undurchsichtiger Algorithmus, der auch fĂŒr uns potentielle Kunden die Preise innerhalb von wenigen Minuten um z.B. ein Drittel erhöht oder senkt. WĂ€hrend auf Liliâs Handy noch 350.000 Dong gefordert werden, bietet mir die App im nĂ€chsten Moment dasselbe Zimmer fĂŒr 270.000 Dong an, wĂ€hrend es an der Rezeption fĂŒr 450.000 Dong ausgeschrieben steht. Statt den Aufenthalt beim EigentĂŒmer zu verlĂ€ngern, lohnt es sich manchmal, das Zimmer einfach erneut auf Agoda zu buchen.
NatĂŒrlich erneut sehr zum Missbehagen der Hoteliers, die dann auch regelmĂ€Ăig versuchen, uns in billige Rumpelkammern zu verbannen oder plötzlich einen Aufpreis fĂŒr âbessereâ Zimmer zu verlangen. Manchmal aber, wie es heute der Fall ist, verspricht man uns auch âgood priceâ Angebote, wenn wir nicht mehr im Internet, sondern direkt verlĂ€ngern. Leider hĂ€lt man sich in unserem Hotel nicht an solch Versprechen, weshalb wir unser PlĂ€tzchen am Strand verlassen und in das âNo Stressâ Hotel ziehen, dessen Besitzer sich vor allem âno stressâ mit dem ZurĂŒckgeben des Wechselgeldes macht, ansonsten aber gemeinsam mit seinem VĂ€terchen mit viel MĂŒhe und Geschick einen eindrucksvollen Garten pflegt.
Ich beziehe ein wenig misstrauisch die RĂ€umlichkeiten. Bei so viel lebendiger Flora und Fauna wird doch nicht auch eine prĂ€chtige Spinnenpopulation gedeihen? Aber: kein Achtbeiner zu sehen bisher. Auf dem Weg zu unserer neuen Unterkunft erkenne ich im Ăbrigen auch das Hotel und die Bungalows wieder, in denen ich vor ĂŒber 15 Jahren bei meinem ersten Besuch in Vietnam gehaust habe. Das ganze Areal wirkt erbĂ€rmlich schmutzig und baufĂ€llig. Seltsam, denn alles darum herum scheint seitdem prosperiert zu haben. Meine Kundenrezension jedenfalls kann das nicht verursacht haben, denn die hat damals noch niemanden interessiert.