Dienstag 12.12. Fahrt nach Vung Tau (25 km)

🦄 Ponypapers

6 Uhr aufstehen, 7 los, um 8 da. Wir buchen ein beeindruckendes Luxus-Apartment für 18 Euro. Das heißt 45 qm, 2 Schlafzimmer, Meerblick, Balkon, Glasfront, Küche usw., außerdem ein 50 m langer Pool, Fitnesscenter, Sauna und wir sind im 35. Stock und blicken über die Stadt (den Zipfel des Meeres und eine Baustelle). 

Wir wissen, hier sind wir bei den Bösen. Ein gigantischer Komplex mit vier Hochhäusern und tausenden Wohnungen – Massentourismus, der alles zerschlägt, was sich nicht an seine (vorläufigen) Preise anpasst.

Wir brauchen zwei Stunden zum Einchecken, weil man an den Aufzügen gespart hat und dienstags – genau dienstags – ist der Pool wegen Wartungsarbeiten gesperrt.

Möglicherweise sind die Sprinkleranlagen, die im Zimmer angebracht sind auch eher Dekoration, überlassen mich jedenfalls der Spekulation, welche Konsequenzen der Ausbruch eines Feuers – wie gesagt alle tausende Wohneinheiten sind mit Küchen ausgestattet – hätte. Ich fokussiere den Rooftop-Kinderswimmingpool von Gebäude E im fünften Stock, der mit einem zielsicheren Sprung zu erreichen wäre. Später werde ich feststellen, dass das Wasser da nur bis zu den Knien geht. 

🐾 Panthapapers

Der Abschied vom Meer, dessen Künste wir beinahe die gesamte Strecke entlang nach Süden gefolgt sind, rückt näher. Bevor wir nach Westen Richtung Saigon, Kambodscha und Thailand abbiegen, wollen wir noch ein paar letzte Tage in Strandesnähe verbringen.

Lili hat in Vung Tau günstige Zimmer entdeckt, die verdächtig luxuriös wirken. Meerblick, Seeblick, Bergblick und Blick auf eine Sehenswürdigkeit alles zugleich? Eigenes Apartment und Sonnendeck? Zu schön, um wahr zu sein, denke ich mir, bin aber gespannt, wie sie diesen Betrug rechtfertigen werden. Ausprobieren jedenfalls wollen wir es.

Und werden nicht enttäuscht. “The Song” bietet Luxusimitat für die Mittelschicht. Vietnamesen am Wochenende, die Tage dazwischen füllt man mit Westlern. Wir bekommen eine Wohnung im obersten bewohnbaren, dem 35. Stock. In der Ferne die Berge, etwas näher ein See, noch näher das Meer, und wenn man in den Gängen lange genug von Fenster zu Fenster spaziert, sieht man vielleicht irgendwann sogar die Sehenswürdigkeit, die Jesus-Statue von Vung Tau, die von Tsunami-sicherer Höhe aus die ewigen Wellen des Pazifik segnet.

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