
Dass ich keine Fahrradtour mehr mache, habe ich gesagt. Nie wieder. P und V. habe ich es auch gesagt, keine Fahrradtouren mehr, nie wieder. Schon vor fünf Jahren wusste ich, dass die Touren vorüber sind. Wie ich das Schwitzen immer gehasst habe, die Sonne und die Straße am Strand. Diesen ewig langen Strand, ohne jeden Schatten, aber mit Menschen, übersät geradezu mit Menschen. Europäern in Liegestühlen mit ihren Europäerkörpern, lachsfarben, in geselliger Runde, lachend. Und trinken dann Cocktail mit ihren geröteten Gesichtern und den gemachten Lippen der Frauen, zwinkern zwischendurch. Da am Strand habe ich es das erste mal gedacht, schwitzend, dass es vorbei mit den Fahrradtouren ist. Ich erinnere mich, wie ich eigentlich immer schon die Sportbekleidung abgelehnt habe, ihr gellendes Neongelb auf Maskulinschwarz, wie die Blitze ihrer Logos mir in die Augen gestochen haben, scharf. Ein Unding sind diese Sportbekleidungen allesamt, aber die für den Radsport übertrifft bei weitem alles andere an schlechtem Geschmack, sagte ich zu P. und V., selbst den von Sportlern. Diese eingenähten Posäcke in den Hosen und dann muss man damit absteigen in seinen verschwitzten Klamotten und in Richtung des Strandes gehen. Weil einem immer und auf allen Fahrradtouren das Wasser einmal ausgeht und man nirgends hingehen kann. Und dann bleiben da nur die Menschen in ihren Liegestühlen und der Poolbar, wo sie diese grässlichen Cocktails verkaufen in Wermuthgrün und Brombeerblau, mit Schirmchen und auf Eis! An diesen Strand zu gehen, zu dieser Poolbar, während man schon mit aufgeplatzten Lippen hasst, wie der Sand, während man geht, in die Turnschuhe rieselt, den ganzen Tag wird er da nicht mehr rausgehen, der Sand, dachte ich damals vor fünf Jahren, als ich zur Poolbar ging. Der Zauber kommt zu spät oder er war nie da, er gehört in eine Zeit, als man noch wandern ging. Wandern. Das Fahrradtouren eigentlich nur der verlogene Ersatz für eine Romantik sind, die in Naturgrün und Waldgeruch den Gipfel der Verzückung gesehen hat, während man eigentlich immer schon in der Natur geschwitzt hat mit seinem Rucksack und durstig war, und dass es sie auch nicht mehr gibt, die Natur, ohne diese Menschen und ohne eine Poolbar.