
🦄 Ponypapers
Weiches Erwachen in Daunenfederlaken. Frühstück im Foyer. Stuckdecken & Kronleuchter & geschnitzte Stühle, die zu niedrig für die Tische sind oder die Tische zu hoch für die Stühle. Lustigerweise sitzen da die Leute in ihren schicken Frühstücksklamotten, die sie zuhause so nie tragen würden, wie an Kindertischen. Glatt könnte man nach dem Frühstück das Ärmchen auf die Platte sinken lassen, das Köpfchen darauf und selig einnicken.
Während wir aber noch Brote futtern (es gibt hier sogar so ne Art Schwarzbrot! Herrlich mit Schinken & Ei), beobachtet man vorsichtig die anderen Hotelgäste. Wer ist wohl wie reich? Welchen Job bekleidet er in der trauten Heimat? Mit welcher Sicherheit geht er zum Buffet, befüllt seinen Teller, wem nickt er lächelnd zu?
🐾 Panthapapers
Wir genießen die Annehmlichkeiten unseres Luxushotels. Frühstücksbuffet bis zum Horizont, Essen aufs Zimmer bringen lassen, Badewanne “complimentary” und Cocktails auf der von tausend Lichtern befunkelten Dachterasse. Alles fühlt sich wie ein “richtiges” Hotel an, d.h. – ironischerweise – so wie eines im Film. Gepäck aufs Zimmer bringen? Kein Problem. Ein Dokument ausdrucken lassen? Selbstverständlich. Noch ein Kaffee, Madame? Kommt sofort.
Wir sehen nach, wieviel eine Nacht im Marriott Hotel in Frankfurt kosten würde, in dem uns die Fluglinie untergebracht hat, als der Start vertagt wurde. Die Preise beginnen bei 500€ für das kleinste Zimmer, das nicht annähernd den Charme und den Komfort von unserem aktuellen Zauberhaus zu bieten hat. Es werden nur Firmen sein, die ihre reisenden Angestellten aus Gewohnheit oder ob alter Verträge dort einquartieren, aber selbst für die wirkt das wie eine abstruse Verschwendung.
Am Ende aller Tage schläft man in dem Bett den gleichen ignoranten Schlaf. Denke ich mir, während wir von unserem aus auf die Funkellandschaft des nächtlichen Phnom Penh blicken. Reichtum ist hie und da schon eine feine Sache. Dumm nur, dass der unsrige bald vergeht.