
🦄 Ponypapers
Nach dem Visumsverlängerunsdesaster (wir bleiben nicht noch einen weiteren Monat in Kambodscha) geraten wir auf der Suche nach einem Café ins Rotlichtviertel der Stadt, was mir zugegebenermaßen erst sehr spät auffällt.
Dachte, das Zeugs liegt hier noch von Silvester und die dunklen Ringe unter den Augen zeugen nur von einer angemessen durchwachten Nacht. Schön, dass zumindest hier die Leute gefeiert haben, wie es sich gehört. Aber Cappuccino trinken im “Pussy Cat”? Na, ich weiß ja nicht. Wohl mit etwas mehr extra Sour Cream als wünschenswert wäre.
Eine Gruppe alter, fetter Westler sitzt mit einem kleinen Trupp leicht bekleideter Damen vor morgendlicher Barkulisse. Kaum möglich, nicht den Geschmack von Verachtung im Mund zu haben. Was es wohl ist? Dass sie nen teuren Flug bezahlen, um billig Sex haben zu können? Dass die Hässlichkeit keine äußerliche geblieben ist, sondern sich bis in die Nischen ihrer Seele gefressen hat? Die Wahl von Mittel und Zweck…
Ich wünsche ihnen einen Gläschen Sekt Selbstverachtung zu Mittag. Eine Probe? Auch noch unter Zynikern findet man Verächtliches zur Selbsterhebung. Wir sind nicht euresgleichen!
🐾 Panthapapers
Nach mühsamer Recherche überdenken wir unsere Reisepläne. Es ist schwer, an brauchbare Informationen zu gelangen. Die Rezeptionistin im Hotel lächelt nur höflich, wenn man irgendetwas über Reisen in den Norden oder Visa fragt. Man merkt, dass sie schnellstmöglich uns und das Problem loshaben will.
Das Tourist Information Office ist nicht mal besetzt, man hat nur drei Telefonnummern hinterlassen, die man anrufen darf. Das Telefonat aber ist wenig ergiebig. Fähren nach Siem Reap gibt es nicht mehr, so viel wird deutlich. Eingestellt wegen mangelnder Rentabilität.
Visumsverlängerungen stellen sich außerdem als teuer, langwierig und unsicher heraus. Daher entscheiden wir schließlich, den Süden Kambodschas vorerst unerkundet zu lassen und mit den Fahrrädern selbst in den Norden nach Angkor zu fahren. Morgen geht’s los.