Dienstag 16.1.2024 Siem Reap

🦄 Ponypapers

A & ich wandern eilig den Weg zum Touristensonnenuntergangstempel (also den der anderen, nicht unseren) . Er liegt oben auf einem Berg, sodass man über die ganze Urwaldebene & Angkor Wat blicken kann. Unterwegs überholen wir kleine Grüppchen von Menschen, die wie wir spät dran sind.

Würde irgendeine außerirdische Intelligenz von etwas weiter oben, die durch die Tempellandschaft ziehenden kunterbunten Touristenscharen sehen, sie hielte das ganze für eine sakrale Angelegenheit. Morgens um halb sechs ziehen die Grüppchen von überall herkommend vor die zwei Seerosenseen von Angkor Wat. Menschenstraßen, ähnlich denen von Ameisen, gezogen wie an Fäden bis zu diesem Ort. Eine immer größer werdende Anzahl, ein gedrängter Pulk, genau dort vorm Wasser. Schon eine Absperrung mit Geländer ist dort gezogen. Sonst würden die vordersten Männeken von den Hinteren gnadenlos ins Wasser gestoßen werden. Punkt sechs: Die Sonne geht auf & ein Blitzlichtgewitter schlägt Angkor entgegen. Es wird geklickt, was das Zeug hält. Da kniet man, da fotografiert man zwischen den Beinen des Vordermanns durch, da setzt man sich auf die Schulter, da wird mit Teleskopstäben nach den besten Fotos geangelt. Daraufhin, nach einer herrlichen, halben Stunde heiliger Andacht, wenden sich die ersten ab, laufen tapsig allein auf fremden Wegen, aber dann, nach und nach, bilden sich wieder einige Haupt- & viele Nebenströme.

Ein paar Knotenpunkte, wo wieder mit der Andacht begonnen wird, dann plötzlich so gegen 11 Uhr, spätestens um 12 ziehen sich plötzlich die Scharen zurück. Von allen Neben- & Hauptwegen kommen sie zusammen und strömen in quaderartige Hallen, setzen sich an kleinere Quader auf Quader und bleiben dort eine Stunde bis anderthalb bevor sie sich wieder verteilen. 

Die wichtigste Andacht scheint mit dieser Quaderzeremonie abzuschließen, denn ein weit kleinerer Teil von der Zweibeinermasse bildet wieder kleine, sehr langsame Menschenstraßen, während der größere Teil auf gewöhnlichen schnellen Menschenstraßen verschwindet. Bei den Knotenpunkten geht es trotz der geringen Masse eher zäh vorwärts.

Bis plötzlich um halb vier sich die Ströme wieder zusammenziehen. Von Dörfern & Städten strömen erneut große Massen herbei. Alles läuft zusammen, ist auf dem Weg zu Phnom Bakheng, dem Touristensonnenuntergangstempel. In Serpentinen ziehen die Scharen nach oben. Verteilen sich auf der Plattform, um dann um halb sechs die Götter der neuen Zeit zu ehren. Ein Blitzen & Klicken, bis die Sonne untergeht & all die Menschen wie von unsichtbaren Fäden gezogen, heimkehren zu – Bed & Breakfast & dem seligen Schlaf, den nur diejenigen schlafen, die den Göttern dienen und wissen, was gehorchen heißt. 

🐾 Panthapapers

Seit vielen Jahren habe ich auf die verstopfende Wirkung von Süßigkeiten gesetzt, um die Verdauung nach meinem Willen zu bändigen. So wie man andersherum Trockenobst oder Leinsamen verspeist, um die Dinge ins Rollen zu bringen. Nun stellt sich nach Konsum, Konsequenz und anschließender Google-Recherche (es hätte umgekehrt beginnen müssen) heraus, dass ich einem Irrtum aufgesessen bin. 

Fett ist abführend, Reis und Kartoffeln – von allen Dingen ! – darm-beruhigend. Das Internet ist ein Reich der Weisheit. Ich werde nicht müde, aus ihm zu lernen, wenn die Widrigkeiten der Welt es nahe legen. Smoothies sind, nebenbei bemerkt, auch abführend. Aber das wusste ich.

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