
đŠ Ponypapers
Immer noch bin ich von all der Schönheit bezaubert, â obwohl sich mit der Zeit, wie ich zugeben muss, doch ein leichter Abnutzungseffekt einstellt. Es gibt bereits weniger LuftsprĂŒnge und KniefĂ€lle und BetpositionsanfĂ€lle.
Es wird auch weniger geklickt als zuvor. Kritisch wird abgewogen, wie der enigmatische Tempel als Ausschnitt auf einem Foto aussieht. Ach, das wird nur ein StĂŒck antikes GemĂ€uer vor knallblauem Hintergrund, wie manâs von diesen langweiligen FotobĂ€nden kennt, die alle Kirchen & Tempel zu Einheitsbrei zermatschen. Das lohnt sich nicht.
Schade auch, dass keine Wolken da sind, die wĂŒrden alles etwas belebter malen. Na, als Kulisse kannâs taugen fĂŒr: âAdrian, kannst du dich mal da rĂŒber stellen?â Oder: âDa, wickel dir mal den Schal um den Kopfâ. Oder: âMach mal was Lustigesâ. So jetzt haben wir auch das: Unsere Bewerbungsfotos als Paradephilosophen. Ja, die wĂŒrden sich gut machen auf einem BuchrĂŒcken oder so. Jetzt mĂŒssen wir nur noch fĂŒr das Buch sorgen, das zum BuchrĂŒcken passt. Kleinigkeit wage ich mal zu behaupten.
đŸ Panthapapers
FĂŒr die Fahrt zur entlegenen Roluos-Gruppe von Tempelanlagen im Osten der Stadt nutzen wir heute erneut die Dienste eines Tuktuk-Fahrers. Von ihnen gibt es wahre Massen. Sie sind ĂŒberall in allen StĂ€dten, warten in Pulks an den StraĂenecken, vor Hotels oder CafĂ©s. Ein Tuktuk, das ist ein Motorrad mit einer Art ĂŒberdachter, aber zur Seite hin offenen Kutsche als AnhĂ€nger. Nie ist einer weit entfernt. Egal wo man geht oder steht, nach kurzem Warten wird einem zugerufen: âTuktuk?â, und dann muss man geduldig abwiegeln, zuweilen sogar erklĂ€ren, dass man nur zwei HĂ€user weiter will. Sogar auf dem Fahrrad fragen sie einen, ob man nicht lieber absteigen und sich mit ihrem GefĂ€hrt weiter bewegen lassen möchte.
Ab dem Abend arbeiten viele von ihnen noch in Zusatzjobs, etwa als NachtwÀchter vor Herbergen oder anderen Einrichtungen. Dann befestigen sie eine HÀngematte in ihrem kleinen AnhÀnger oder verteilen die Sitzpolster anders und legen sich schlafen.
Ich bezweifle, dass sie an vielen Tagen ihr Maximum von 20 oder 30 Dollar erwirtschaften können. Und das in der Hochsaison, also jetzt, nicht in der Regenzeit oder in den brutal heiĂen Monaten. Hinzu kommen natĂŒrlich noch die Benzinkosten etc., ganz zu schweigen von Aufwendungen fĂŒr die Reparaturen an diesen, oft alten oder ĂŒberforderten, Maschinen. Und ich vermute auch, dass die meisten von ihnen nicht viel mehr besitzen als eben jenes Tuktuk. Eine Wohnung zum Beispiel.
Wenn sie vor den Tempeln auf ihre umher spazierenden Kunden warten, sieht man sie entweder miteinander tratschen, ausgiebig schlafen, gedankenverloren herumstehen oder mit dem Handy spielen. Bei dem Anblick kommt mir regelmĂ€Ăig ein ganzes Programm von AktivitĂ€ten in den Sinn, das sie stattdessen absolvieren könnten. Warum lernen sie keine Sprache? Oder lesen Romane? Oder SachbĂŒcher? Oder versuchen, irgendeinen Online-Handel zu betreiben?
Lili sagt, ich verstĂŒnde den Buddhismus nicht. Wahrscheinlich hat sie Recht. Die Roluos-Gruppe ist ĂŒbrigens wunderschön.