Samstag 20.1.2024 Fahrt nach Sisophon (52 km)

🩄 Ponypapers

Aufstehen um fĂŒnf, sehr mĂŒde. Außerdem tut der Hintern weh. Warum sind eigentlich alle Fahrradsattel so unbequem? TrĂŒb trĂ€ge Gedanken, sobald die Sonne etwas höher steigt. Da flattert nichts im Kopf. Einfach nur Strecke & Treten & Strecke & Treten 


Plötzlich zieh ich die Bremsen scharf an. Was war denn das? Wie? Adrian ist schon neben mir.

“Hast du das auch gesehen?”

Ich nicke. 

“Sah das fĂŒr dich auch so aus?”

“Eine Echsenschlange, die auf einen Baum fliegt?”

“Ja, allerdings.”

“Und weißt du, was das ist, eine Echsenschlange, die auf einen Baum fliegt?”

“Ein Drache”, bestĂ€tigt Adrian und seine Augen blitzen blaugrau, als er lĂ€chelt.

Zuletzt,  so denke ich, haben sie uns also doch ein Zeichen gesendet: die alten Götter von Angkor Wat. Aber wie immer kommt es nicht darauf an, die Botschaft zu erhalten, sondern sie richtig zu deuten. 

đŸŸ Panthapapers

Morgen verlassen wir Kambodscha. Erst nach lĂ€ngerer Zeit beginnt man das zu bemerken, was man in einem Land nicht sieht. In Kambodscha waren das z.B. Pferde und Besoffene. 

Nun wird es keine Gelegenheit mehr geben, all die RĂ€tsel zu klĂ€ren, die mir wĂ€hrend der Fahrt nachgegangen sind. Wie funktionieren diese eigentĂŒmlichen Zugmaschinen, die hier aus nur einem Motor und zwei RĂ€dern bestehen? Was hat es mit den grĂŒnen ‘Wing’-Stationen auf sich, die in jedem Örtchen vertreten sind, aber nichts verkaufen? Was sollen die Betonbauten – drei Stockwerke hoch, nur ein einziges Fenster, von Stacheldraht umgeben –, aus deren Lautsprechern unentwegt emsiges Vogelgezwitscher schallt? Wie geht man eigentlich mit Mönchen um? ZulĂ€cheln, Zunicken, Zuzwinkern? Beiseitetreten, Verneigen, Spenden, Ignorieren? Woher genau kommt Ganzberg-Bier? Ihr seht, es ist nach wie vor: ein mysteriöses Land.

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