
đŠ Ponypapers
Schon wenden wir uns ab vom Meer, fahren etwas landeinwÀrts, um in der Nacht eine bezahlbare Herberge zu finden.
Erste Pause in einem wirklich gĂŒnstigen CafĂ©. Es hat schon Vorteile, die Touristenhochburgen wieder schnell hinter sich zu lassen. Wir trinken thailĂ€ndischen Eistee (also irgendein ZuckergetrĂ€nk) und zusĂ€tzlich geeisten Cappuccino (also irgendein ZuckergetrĂ€nk) in groĂen Plastikbechern, die in jeweils einer Trageplastiktasche stecken, aus denen jeweils ein Plastikstrohhalm ragt. In SĂŒdostasien hat man sich die Liebe zum Plastik noch nicht verderben lassen. Einzelkeks in Plastik, in Plastikreihe, in Plastikpackungen & alle Plastikpackungen in PlastiktĂŒten, mindestens einer.
Sind wir am Anfang noch voll moralischer Empörung ĂŒber die Theke gesprungen, um den Kassierer von der Untat einer weiteren Plastikverpackung abzuhalten, schauen wir nun stumpfsinnigen Auges zu, wie Plastikpackungen in der Art einer fruchtbaren Matrjoschka ineinander gefĂŒgt werden.
Plastik wÀchst hier wie das Obst auf den BÀumen, schwimmt wie die Fische im Meer, reckt sich wie die ersten PflÀnzchen im Feld aus dem braun lehmigen Boden und ziert zuletzt gar noch das letzte Brackwasser mit etwas Kunstfarbe.
Das Summen des Ventilators beschwichtigt derweil den letzten Rest ökologischen Gewissens, wir stehen von unserem GetrĂ€nkemahl auf, einen halben Plastiksack PlastikmĂŒlls hinter uns lassend und schwingen uns auf unsere RĂ€der.
Zynismus ist hĂŒben wie drĂŒben die geeignetste Grundstimmung, um ohne blinden Auges die Welt zu genieĂen.
Wir waren keine Helden. Tut uns leid. Nach uns die Sinnflut. Haha.
đŸ Panthapapers
Wir machen einen kleinen Schlenker weg vom Meer, hin zu gĂŒnstigeren Preisen, freundlicherer Stimmung und weniger Touristen. Ich weiĂ nicht, warum wir alles schmutzig machen, wohin wir auch kommen, wir Westler. Mit der Zeit werden die Gesichter hĂ€rter, die Stimmen kĂŒhler, die Umgebung liebloser. In Thailand fallen zudem die weiĂen DauergĂ€ste auf. Was arm, alt und einsam ist und die vorletzten Lebens- und Rentenjahre lieber von freigiebiger Sonne beschienen verbringen möchte, sammelt sich in SĂŒdostasien. Menschen, denen man gerne einen Haarschnitt, etwas Hygiene, eine gesĂŒndere ErnĂ€hrung und weniger Alkohol empfehlen möchte, aber fĂŒr all das ist es bei den meisten dieser prekĂ€ren Exemplare schon drei Jahrzehnte zu spĂ€t.
Sie wirken nicht gefĂ€hrlich, nur etwas rau und traurig mit ihren lauten Stimmen, den verblassten Tattoos und verquollenen Augen. Und leider, auf eine Art, dass keine Seife der Welt dagegen ankĂ€me, bis in die tiefsten Schichten verdreckt.Â
Deutsch hört man da und deutschelndes Englisch, Irisch vermutlich oder irgendeine andere Sorte verhunzten Britischs. So ein Kontrast zu der feinen Haut und den feinen Sitten der Einheimischen, dass man sich schĂ€men möchte und sagen âdas da sind nicht wirâ. Aber ich bin mir gar nicht sicher, ob das wahr wĂ€re. Wie gesagt, ich weiĂ nicht, warum wir alles schmutzig machen, wohin wir auch kommen.