Samstag 10.2.2024 Bang Phli

🦄 Ponypapers

Gestern Abend habe ich ganz verzagt auf dem Bett gesessen: “Wenn ich morgen auf Bangkoks Straßen zu Brei gefahren werden, wird T mir das nie verzeihen.” Also haben wir einen weiteren Tag Pause gemacht. 

Heute ist übrigens auch chinesisch Neujahr und d.h. das Jahr des hölzernen Drachen beginnt. Dies ist natürlich ein großer Fest- und Feiertag, vor allem für die chinesischstämmige Bevölkerung, die, wie man sich denken kann, in Thailand und besonders in Bangkok zahlreich vertreten ist. 

Da macht man sich also auf den Weg zu Familie & Freunden, da wird gefeiert & getrunken & getanzt. Aber bitte nicht über uns hinweg, ja? 

Nun, da Google mir einiges über Bangkoks Verkehr & Verkehrstote (so um die 23 000 Tote pro Jahr fordern Thailands Straßen mit einer Gesamtbevölkerung von 71,8 Mill., und zum Vergleich: um die 3 000 Tote in Deutschland bei 83,8 Mill. Einwohnern) erzählt hat, finde ich, wir könnten noch ein ganzes Weilchen an unserem Bangkoker Flughafenhotel verbringen und – welch ein Zufall – uns ganz bequem irgendwann von einem Panzer zum Flughafen kutschieren lassen.

Und a propos Panzer: Die SUVs, die hierzulande das bevorzugten Fahrzeug neben Pickups  sind, sind gigantisch groß, eher Jeeps als SUVs, und sehen schon, wenn sie nur irgendwo rumstehen, so einschüchternd aus, dass ich sofort in den nächsten Urwald rennen will. Gebt mir eine Machete und ich schlage mir meinen eigenen Weg, da können Krokodil, Leopard & Schlange schauen, wer da kommt. Hier gehör’ ich hin, da bin ich daheim. Und: Runter von den Betonwegen, das werde ich euch sagen, wenn ihr mich nach dem Wege fragt!

🐾 Panthapapers

Heute beginnt das große Fest. Wir besuchen einen nahen Tempel und – sehr viel ausgiebiger – den dazugehörigen Tempelmarkt mit all seinen Leckereien und Angeboten. Hier ein grausiger Elefanten-Gott, dort ein wüster Krieger in goldener Rüstung. Er schützt und dient dem Buddha. Vieles ist wirklich sehr fremd und unverständlich. Was heiligt der Mensch?

Eine Gruppe älterer Damen hat sich ganz in Rot gekleidet, singt und tanzt auf offener Bühne. Die kann ich verstehen, denk ich mir. Man merkt, dass sie eine Menge Spaß haben. Aber nach längerem Zuhören ihrer melancholischen Lieder bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir so viel teilen. Immerhin bleibt das Essen. Bei aller Diversität vielleicht der kleinste gemeinsame Nenner. Und Mann, da haben sie ein paar prächtige Küchlein. 

Ich habe nachgesehen: 1986 ist das Jahr des Feuer-Tigers. Damit bin ich sehr zufrieden. Frohes Neues!

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