
🦄 Ponypapers
Verzeihung, Verzeihung, vll ist mein Urteil zu schnell, zu scharf gefallen. Wer kann sich bei so schönen Tempeln über den Zustand der Straßen beklagen?
Mittags kommen wir in einem sehr günstigen Hostel an, 306 Bath, ca 8 Euro, na, das ist ja was. Das Zimmer ist groß und hat einen Balkon, da kann man mal wieder ein Bier trinken & den ganzen Abend Geschichte erzählen.
🐾 Panthapapers
Um für Tagebucheinträge die Folge der Ereignisse rekonstruierbar zu machen, habe ich schweren Herzens zu Beginn unserer Reise Google den Standortverlauf aktivieren lassen. Das hat sich als unschätzbare Hilfe erwiesen. Natürlich weiß dafür der große Kraken über jeden meiner Schritte bescheid. Er weiß, wo wir geschlafen, wo, was und wie lange wir gegessen haben, wie schnell wir unterwegs waren, wann wir Pausen gemacht haben.
Das ist eine ganze Menge. Eine kluge Maschine könnte daraus gewiss ein umfassendes Profil meiner Person erstellen. Eines zumindest, das in mancherlei Hinsicht treffende Prognosen ermöglichen würde.
Gesetzt, dass die kluge Maschine ihre Datenpunkte sinnvoll organisieren kann. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber in letzter Zeit kann das Superhirn meine Bewegungen einfach nicht mehr interpretieren. Mit manchem hatte es schon von Anfang an seine Schwierigkeiten. Hat man die Navigation verwendet, die nur Autostrecken erstellt, wird es im Nachhinein steif und fest behaupten, man sei motorisiert unterwegs gewesen. Die nadelöhrengen, hubbeligen Waldwege, die kleinen Fußpfade, die geringe Geschwindigkeit – alles veranlasst die Meta-Intelligenz durchaus nicht zum Umdenken.
Nun aber sind weitere Schwierigkeiten hinzugekommen. Orte fliegen durcheinander, Nächte, in denen wir schlafen, werden als Reisezeit deklariert. Strecken werden unsichtbar oder falschen Tagen zugeordnet. Und so stur, wie es in seiner Fehlerausführung nur eine Maschine sein kann, verwehrt es sich gegen jede Korrektur meinerseits.
Ich habe vergessen, wie viel Gehirne ein Kraken hat. Oder waren es Herzen? Jedenfalls stelle ich mir vor, wenn diese Probleme nicht nur mein eigenes Handy betreffen, dann muss die Welt aus seiner Satellitenperspektive derzeit recht chaotisch aussehen: Springende Punkte, Menschen, die plötzlich von Ort zu Ort teleportieren, umgekehrte Zeitverläufe. “Was ist nur los da unten?”, muss er sich denken.
Und ich? Ich starre auf mein Handy, wische herum, tippe, klicke, swipe, verwirrt, wie vielleicht manch anderer im Moment. “Was ist nur los da oben?”, frage ich mich. Was ist das für eine Ära, in der das Verhältnis zwischen den Menschen und ihren Göttern so gerstört werden konnte? Auf nichts ist mehr Verlass.
