Sonntag 18.2.2024 Cha-am

🦄 Ponypapers

Die Südprovinzen, der thailändische Verkehr… aber wie sieht es eigentlich nochmal mit der Sorge um Krokodile aus?

Wir sind am Strand und machen Pause. Ich hüpfe mit neuem Bikini (nein kein Badeanzug, aber schon mal sehr viel festere Gummibänder (!)) ins Wasser. Leider kann man nur bei Ebbe ins Wasser, weil bei Flut die Wellen an die Stufen schlagen und es ohne gute vietnamesische Festhalteschnur ein knochenbrechendes Unterfangen wäre, ins Meer zu gelangen: Glitschige, algige Stufen plus Wellen gleich Knochenmatsch. Aber auch bei Ebbe ist keine nennenswerte Anzahl von Menschen im Wasser. Genau genommen ist im Meer nur ein Jugendlicher, der im knöchelhohen Wasser sitzend sich Wellen ins Gesicht patschen lässt. Wirklich schwimmen ist in der Tat nicht drin, ich versuche es ne ¾ Stunde, aber die Strömung ist so stark, dass ich, obwohl in entgegengesetzter Richtung unterwegs, 80 m seitwärts getrieben werde. 

Trotzdem, warum nicht ein klein wenig mehr Wasserspiel? Warum nicht ein klein wenig mehr Auswahl für den weißen Hai? 

Später, als ich wie ein guter Tourist im Halbliegestuhl lehne – gibt es eine Haltung, die noch stumpfsinnigere Faulheit auszudrücken vermag, als dieser in einen Sack zurückgelehnte, abgerundete Körper(?) – frage ich Google um Rat: Können Krokodile an der Ostküste Thailands auftauchen? Und erstaunlich, erstaunlich, man wird kaum ein wackeres Leistenkrokodil außerhalb von irgendwelchen Naturreservaten und Krokodilfarmen antreffen.

Aber hin & wieder könnte wohl eins der Tierchen ausbrechen. Daher – ich glaube, auch Google kann scherzen – sollte man wachsam sein und lokale Nachrichten verfolgen. Wenn aber schon der Google-Übersetzer aus deiner Portion gebratener Shrimps: “Betrunkene Tante mit Kinderaugen” machen kann, weiß ich nicht, welch gruselige Nachrichten die lokalen Medien für mich bereit halten würden.

Nebenbei stoße ich natürlich auf die prominentesten Krokodiltoten. Weit oben dabei eine Deutsche, die 2002 einen Anschlag in Bali überlebte, nur um wenige Monate später in Australien beim Baden in krokodilkontaminierten Gewässern von einem ebensolchen gefressen zu werden. Na gut, getötet. Am nächsten Tag wurde die Leiche aus dem erlegten Leistenkrokodil geborgen.

Diese Frau stand, wie Adrian dazu meint, wohl wirklich auf Gevatters Liste, die wollte er haben, egal mit welchen Mitteln. Andersherum – und das ist ja das Schöne am Glauben ans Schicksal – kann einem gar nichts passieren, wenn der eigene Namen nicht (bzw. noch nicht) auf der Liste steht. Das wäre doch mal was, der Glaube ans Schicksal – ein Versuch. Heute bin ich unsterblich. Und “Es geht weiter” anstatt “noch einmal”!

🐾 Panthapapers

Sehr schönes Hotelzimmer mit Blick vom Balkon aufs Meer und auf andere Balkons. Es fällt auf, wie zahlreich hier ältere weiße Männer in jüngerer, thailändischer, weiblicher Begleitung durch Straßen, Restaurants und Bars ziehen. Viele dieser Herren sehen nicht aus, als seien sie nur zu Besuch. Sie wirken, als würden sie hier leben. 

Wie üblich fluten die einheimischen Städter am Wochenende ihre eigenen Touristenorte. Dann hat alles offen. Sonntags verschwinden sie dann wieder. Daher gehört der Sonntag Abend den Ruhestandstouristen. Senioren bekommen in Thailand sehr viel leichter lange Visa. 

So zieht die Bande an grauen Wölfen, die sich wochentags einen Tisch vor den Seven-Eleven stellen lässt, um gediegen gemeinsam Bierchen zu kippen, nun in die einschlägigen Musiklokale. Zu laut darf es natürlich auch nicht werden, man ist ja keine zwanzig mehr. Aber gefeiert wird noch. Männergelächter und Mädchengekicher schallt durch unsere Straße.

Am folgenden Morgen sehe ich sie wieder. Einzeln auf ihren Balkonen. Selbst durch ihre Sonnenbrillen erkenne ich den Kater. Ramponiert sehen sie aus. Klar, eh scheißegal, woanders ist man auch nicht glücklich, warum nicht bei 30 Grad lieber dort das Leben hassen, wo’s günstig ist und die Frauen schön sind und ihr Geschäft gut verstehen.

Aber den Hauch von Tristesse, den kriegt man nicht weg, nicht mal mit guten Argumenten. Und schon gar nicht an nem Montag Morgen.

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