
🦄 Ponypapers
Unser am Abend gefundenes Hostel direkt an der Autobahn mit Blick auf die Autobahn ist günstig (ca 12 Euro) und lädt besonders zum Verweilen ein, da Adrian Kopfschmerzen hat und es ein Frühstück beinhaltet, das die Stimmung versöhnt. Nach einer Portion Nudelsuppe verspeisen wir kleine, selbstgemachte esslöffelgroße Süßigkeiten, die auf einem Teller auf dem Frühstücksbuffet stehen.
“Was meinst du? Wie viele darf ich mir nehmen, ohne dass es zu unverschämt wäre?”
“Na, solange dich niemand aufhält…”
“Wirklich?” Fröhlich will ich zum Buffet zurückhopsen, bevor jemand anderes sich alle restlichen schnappen kann.
Nur gerade noch erwische ich Adrians Blick und kehre mit nur einer löffelgroßen Portion Reisbrei mit Zimtpflaumenmuß zurück. Aber schnell stelle ich fest: sobald der Buffetteller leer ist, kommen neue, andere Portionen.
Nach und nach verköstige ich allerlei Schmackhaftes & Seltsames, z.B. Klebreisbällchen bestreut mit Zucker und Fischgewürzkrümmeln. Schließlich scheitere ich erst an einem grünen, großen Bobbel “Weiß-der-Geier-Gelee”. Anschließend könnt ich mich wie Adrian im Bett zusammenrollen und noch ne Runde dösen, muss aber noch Nietzsche-Email schreiben und verziehe mich daher ins nächstgelegene Café.
Später aber gibt’s Geschichte und auf dem Weg zum Abendessen, das sich als wirklich, wirklich scharfe Chili-Fischsuppe mit Pfefferkornbüschen herausstellt, finden wir einen thailändischen Süßigkeitenstand, wo wir alles kaufen, was unsere Herzen, äh, Mägen begehren.
🐾 Panthapapers
Der Flüssigkeitsmangel von gestern führt zu Kopfschmerzen heute. Lili hat außerdem Organisatorisches zu erledigen und so bleiben wir kurzentschlossen eine weitere Nacht.
Gestern hat uns Mapy überraschend in ein militärisches Areal stolpern lassen. Ein gelangweilter Soldat mit schickem Gewehr ließ uns unsere Personalia in ein großes Buch eintragen, während er am Handy spielte.
Das Gebiet gehört der thailändischen Luftwaffe. Wir überqueren ein ungenutztes Rollfeld. Danach folgen Golfanlage und Strandcafés. Scheinbar hat man noch einen weiteren Nutzen für das Grundstück gefunden.
Wie in den meisten anderen Ländern genießen in Thailand Hoheitszeichen, Staatsembleme und Zeichen von Nationalstolz mehr Respekt als in Deutschland. Allein beim Militär lernt man in unserer Gegend noch, dass eine Flagge etwas Edles zu sein beansprucht. Wer in einer Kaserne ist und sich morgens oder abends zufällig während dem Hissen oder Einholen der Flagge in Sichtweite befindet, muss stehen bleiben. Als Soldat liegt die Hand zum Salut an der Stirn.
In Thailand nimmt man das auch öffentlich noch ernster. Zweimal täglich schallt durch Radio, Fernsehen und öffentliche Lautsprecher die Nationalhymne. Wer kann, unterbricht sein Geh’n und Tun, dreht sich zur nächstgelegenen Flagge und ist still.
Ich habe das Lili ausführlich erklärt. Aber als es dann das erste Mal soweit war, musste sie natürlich trotzdem ständig lachen. Wir waren umgeben von lauter Leuten, die gerade Sport an den allgemein verfügbaren Geräten machten. Es waren wirklich viele Menschen. Plötzlich hörten alle auf, verließen ihre Instrumente, standen still, in eine Richtung gewendet. Kein Laut, nur fern ein paar Autos, die melodische Hymne über dem See und Lili’s kaum unterdrücktes Kichern neben mir. Der preußische Geist ist wahrlich verweht.
