
🦄 Ponypapers
Trotz Adrians Kopf- & Rückenschmerzen müssen wir weiterfahren. Das Visum treibt uns vorwärts. Dabei haben wir uns jetzt erst richtig eingelebt. Wie bei den Straßencowboys schaukelt rechts & links je ein Zuckergetränk an unserer Lenkstange, während wir nur so dahin brausen. Nur ganz so cool wie die einheimischen Motorradfahrer sehen wir noch nicht aus. – Zugegeben!
🐾 Panthapapers
Die südthailändischen Provinzen Pattany, Yala und Norathiwat gehören zu den Regionen der Erde, vor deren bloßem Betreten das auswärtige Amt ausdrücklich und inständig warnt. Wer nicht gezwungen ist, dort zu sein, sollte sich nicht in ihnen aufhalten.
Offenbar meint ein Teil der hiesigen Bevölkerung, dass es an der Zeit sei, ihren eigenen Staat zu gründen, und so kommt es unregelmäßig zu den üblichen Begleiterscheinungen hoffnungsfroher Freiheitskämpfe, zu Explosionen, Geiselnahmen, einer Schießerei hie und da, eine Menge Militär ist da und mindestens ebensoviel Partisanen.
Wir entscheiden uns nach einigem Wägen, heute vor dem Betreten dieser Südprovinzen nach Westen hin abzubiegen, zum Meer auf der anderen Seite des Landes zu fahren und dort den Frieden zu genießen, den nur ein unangefochtenes Gewaltmonopol bieten kann.
Leider befindet sich zwischen dem Golf von Thailand im Osten und dem indischen Ozean im Westen noch ein weiteres kleines Gebirge, auf dessen Überquerung ich mich bei meinem aktuellen Gesundheitszustand gar nicht freue. Aber unser Entschluss steht fest.
Vor einer kleinen Weile hatte ich, um mir die “gefährlichen” Provinzen zu merken, sie auf Google Maps mit einer Teufelsfratze markiert. Auf der Straße begegneten wir einem einheimischen Radfahrer, dem ich mit meiner elektrischen Luftpumpe bei seinem Reifen half. Wir kamen ins Gespräch, er meinte, dass er für BMW arbeite und wollte mir, nachdem er von unserer geplanten Route gehört hatte, unbedingt auf dem Handy zeigen, wo seine Heimatstadt sei. Dort wo er sie aber suchte, waren keine Provinznamen mehr zu sehen, sie waren alle durch meine angepinnten Teufelsfratzen ersetzt worden. Das beendete unsere aufkeimende Freundschaft schnell.
Ich habe die Markierungen mittlerweile wieder entfernt, um ähnliche Irritationen künftig zu vermeiden. Gar so böse können ein paar Separatisten ja nicht sein.

