
🦄 Ponypapers
Adrian verbringt zur körperlichen Erholung einen Tag in unserer fensterlosen Heimstatt, derweil Raf & ich mit dem gemieteten Motorbike zum Strand & zu den Wasserfällen cruisen. Besonders die Wasserfälle sind fein und wie man da einfach rumklettern darf. Herrlich ist das. Da müssen wir nochmal hin! Nur mit den Fahrrädern wär das nichts geworden.
Trotz des wundervoll blauen Tages & abwechslungsreicher Unterhaltung (gutes Reisen, böses Reisen) begleitet mich das Gefühl durch den Tag, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Aber ich kann beruhigt sein, Megawatt & Calli sind daheim bei Adrian und passen gut auf ihn auf.
Abends sitzen wir alle beisammen und futtern die Sachen vom Markt, derweil die Sippschaft rolliger Katzen mit lauten Schreitönen um uns die Bahnen zieht. Kätzchen mag Kater aber nicht haben, immer wenn er zu nah kommt, kriegt er eine geknallt. Was kann er da tun? Außer sich an Schuhen, Wänden, Tischbeinen zu reiben und laut zu schreien?
Dass sich Kätzchen nicht erbarmen kann.
Hühnerfleisch gibt’s zur Strafe für solch ungebührliches Verhalten auch keins. Da kennen die beiden Herren neben mir ebenfalls kein Erbarmen.
🐾 Panthapapers
An diesem Tag liege ich noch im Bett und erhole mich langsam von dem Infekt. R. und Lili, die glücklichen Gesunden, können bereits die Insel erkunden. Seit Beginn unserer Reise rätsel ich über den enormen Stromverbrauch, den südostasiatische Haushalte zu verzeichnen haben müssen. Mehrere Ventilatoren, mindestens eine, wenn nicht zwei oder drei Klimaanlagen, einen Durchlauferhitzer für die Dusche, daneben Warmwasserbereiter für heißen und Kühlaggregate für kalten Tee. Einzig die überall umherkurvenden kleinen LkWs mit ihren dutzenden Eisblöcken und hunderten Eiswürfeln und Eisbeuteln, mit denen sie alles vom Straßenstand bis zum Großrestaurant beliefern, sind noch nicht durch elektrische Maschinen ersetzt worden, aber das mag noch kommen. Nach meiner Einschätzung bedürfte selbst eine kleine Insel wie Langkawi eines monströsen Atomkraftwerkes für die unausgesetzten Temperaturregulierungspraktiken seiner Bewohner.
Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, während ich mit langsam sinkendem Fieber in dem dunklen Hotelzimmer liege und mich von der Ventilatorluft umhauchen lasse. Am Abend kommen R. und Lili zurück und bringen zu meinem Glück heißes Essen und kühle Getränke. Das tut auch gut nach all den anstrengenden Gedanken.

