
🦄 Ponykalender II.
Ausschließliche Selbstliebe verzeiht man nur Katzen, nicht Menschen. Sie sind doch erheblich schöner als wir.
🐾 Panthapapers
Für die kommenden Tage leihen wir uns erneut einen kleinen Roller, um einige andere Orte auf der Insel zu besuchen. Der Unterschied zum Fahrrad ist immer wieder frappierend. Schnaufen, Treten, Schwitzen versus eine leichte Drehung des rechten Handgelenks. Schon gleitet man geschmeidig über Berg und Tal. Naja, abgesehen von den Schlaglöchern.
Außerdem fühlt man sich unwillkürlich dem Southeastastian-Lifestyle viel näher. Schon als Babys werden die Einheimischen auf Motorbikes gehievt, spätestens als Acht- oder Neunjähriger rattert man dann selber durch die Gegend und wer als Teenager jemand sein will, hat schon seine eigene Maschine.
Die breitbeinig-präpotente Haltung des Motorradfahrers ist aber hierzulande auch kein Proprium der Männer. Selbst im muslimischen Malaysia, wo man traditionell große Stücke auf die konsequente Unterdrückung des weiblichen Geschlechts hält, sieht man alltäglich und überall die Kopftücher freiheitlich im Fahrtwind wehen. Von den liberaleren Staaten Thailand, Kambodscha, Vietnam ganz zu schweigen.
Natürlich stinken die Dinger unermesslich. Ein guter Teil der Luftverschmutzung in den Städten könnte zweifellos einfach beseitigt werden, indem man auf batteriebetriebene Zweiräder umstellt. Aber wie gesagt, Southeastasian Lifestyle, und an dem und an ihren qualmenden, krachenden, ästhetisch vor sich hin lärmenden Maschinchen hängen eben auch die Southeastasians. Wer tauscht schon gerne den ruppig charaktervollen Kolbenschlag der Altvorderen gegen die aalglatt-kühlen Chemikalien der Moderne.
Daher brummen auch wir die nächsten Tage auf unserem rumpelnden Knatterbock durch das langkawische Straßennetz. Ganz einheimisch mit 40 km/h. Mehr macht das Ding auch nicht. Southeastasian Lifestyle eben.