
đŠ Ponypapers
Heute Nacht ist Kitty in meine TrĂ€ume geschlichen, nun lĂ€sst sie sich aus dem Herz nur schwer entfernen. Adrian hat Recht gehabt, wir hĂ€tten ihr keinen Namen geben dĂŒrfen. Aus verkrustetem Auge blickt sie uns kĂŒhl an, bevor sie Adrian auf den SchoĂ hopst, um sich streicheln zu lassen: âStört euch doch nicht, wenn mir ein wenig Eiter, aus dem Auge rinnt, oder? Bitte nur einmal kurz dein T-shirt fĂŒrs Niesen. Dankeschönâ. Sodann legt sie sich bequem auf meine Tastatur: âDu willst doch nicht wirklich Nietzschetext schreiben, wenn du mich auch streicheln kannst?â
âEcht jetzt? Ich soll runter da?â Ein paar Schritte, da liegt Adrians Notizheft aufgeschlagen wie ein weiches Bett.
âDu aber liebst mich, nicht wahr?â
Pflichtbewusst kriegt sie ein paar Streichler. Es wurde ihr gerade erst verziehen, dass sie eine herzlose Herzbrecherin ist und zu jedem geht, der ihr nur Futter und Streicheleinheit schenkt. Wer alle mag, mag niemanden, denkt sich Adrian und will sein Herz fĂŒr wĂŒrdigere Weslein bewahren. Aber zu spĂ€t, wer hĂ€tte denn da schon je die Wahl gehabt? Musst wenn dann auf der Klippe stehen bleiben, umkehren und keine Namen geben â Grundregeln fĂŒr beginnende Magier, Lektion I.
Nach ausgiebiger Diskussion, ob wir Kitty an ihrem Schnupfen sterben lassen â Schnupfen ist eine missliche Angelegenheit fĂŒr KĂ€tzchen â, wie und ob wir sie zum Tierarzt bugsieren können, versuchen wir erstmal einen solchen telefonisch zu kontaktieren. Zweiter Fastenbrechtag ist kein guter Tag, um TierĂ€rzte zu erreichen.
Kittys Leben steht also weiter auf der Kippe. Nicht, dass sie das etwas anginge, sie ist schon lĂ€ngst auf Adrians SchoĂ geklettert, ĂŒbt das Schnurren und bearbeitet Adrians Eingeweide tĂŒchtig mit Vorderpfoten und Tatzenkrallen. Was dich liebt, das piekst dich, könnte fĂŒr unser KĂ€tzchen gelten. Nunja, vorausgesetzt eben, sie hĂ€tte ein Herz.
đŸ Panthapapers
Vor einer Weile hat Lili angeregt, ich könnte fĂŒr etwas mehr Ganzkörper-BrĂ€une sorgen. Ich ziehe mich daher heute bis auf die Badehose aus und gehe den Strand entlang spazieren.
Sonderlich weit komme ich allerdings nicht. Schon nach zwei Kilometern in einer Richtung tritt mir ein breitschultriger Einheimischer entgegen: âPrivate Beach.â
âSo I can not keep on walking here?â
âNo.â
Ok. Damit ist die Reise beendet. Der Mann platziert sich wieder unter seinem Sonnenschirm auf dem Klappstuhl. Vor ihm steht ein Laptop, dem er sich widmet, in der NĂ€he dreht ein Rasensprenger seine Kreise und weiter hinten erstreckt sich eine frische, grĂŒne Wiese bis zur Villa im Hintergrund. Private Beach. Er sieht perfekt aus.
Kurz ĂŒberlege ich, an ihm vorbei zu rennen, aber dann kommt mir das doch zu kindisch vor. EnttĂ€uscht stapfe ich den schmutzigen, steinigen Allerweltsleute-Strand, der mir plötzlich viel hĂ€sslicher vorkommt, zurĂŒck zum Hotel.
Als ich mich spĂ€ter im Spiegel sehe, ist der ganze Oberkörper eine rot glĂŒhende Laterne. DafĂŒr also hat der kurze Spaziergang ausgereicht. Ich glaube, das wird nichts mit der BrĂ€une.

