Freitag 12.4.2024 Langkawi

🦄 Ponypapers

Bin mit Megawatt unterwegs, um Katzenmedikamente zu besorgen. 20 km hin, 20 km zurück, 50 Ringgit – das sind 10 Euro –, worüber ich froh bin, da ich nicht weiß, ab welchem Preis Dagobert eingeschritten wär und gesagt hätte, dass der Gegenwert von 40 km bei 36 Grad Hitze und einem herzlosen Kätzlein in Katzenland überschritten ist und ich beutelos zurück ins Paradies hätte fahren müssen. 

Am Abend mischen wir die Medikamente (Antibiotika und ein zweites Anti-Schnupfen-weiß-der-Geier-vermutlich-nutzlos-Pillchen) ins frisch gekaufte Katzenfutter. Danach versuchen wir, ihr die Augensalbe ins Auge zu schmieren. Das finden wir alle drei blöd, trotzdem versetzt uns Kitty keinen Krallenhieb, sondern versucht nur unseren Arm mit ihrer Vorderpfote beiseite zu schieben. Endlich fertig, ein Kopfschütteln lässt einen Salbentropfen quer durch den Raum fliegen, der Rest der Salbe wird sofort sorgfältigst weggeputzt. Ein kläglicher Maunzer für den Abschluss und zur allgemeinen Unmutsverkündung und für die nächste Stunde hat sie die Schnauze voll von uns, wir währenddessen ein schlechtes Gewissen. Zur Abendbrotzeit ist sie aber prompt zurück: “Gibt’s Essen? Also ich wär jetzt bereit. Und wenn ihr mir den Fisch auf dem Tisch serviert…. Ups, das war die Tasse, die hättet ihr weg stellen sollen… Also was ich sagen wollte, wenn ihr mir den Fisch auf den Tisch serviert, dann lass ich mich danach vielleicht auch von euch streicheln…” — na gut, da hast du — “Ha, ha, ha – Hatschi! Ich wünsch dann mal nen guten Appetit. Wohl bekommts!”

🐾 Panthapapers

Heute radelt Lili mit Megawatt zum Tierarzt, um Medikamente für das halbwilde Hotel-Kätzchen zu besorgen. Ich habe Lili ausdrücklich davor gewarnt, zu lange hier zu verweilen. “Wenn wir noch eine Woche später gehen, wächst uns das Vieh ans Herz und dann ist sie unser Problem”, hab ich gesagt. Und genau so ist es gekommen.

Lili musste im Internet nachschauen, was das häufige Niesen zu bedeuten hat, und als feststand, dass es harmlos beginnt, aber sicher tödlich endet, waren wir schon dabei, mit uns zu ringen, wie viel praktische Konsequenzen unser emotionales Investment nach sich ziehen würde. 

Die Managerin des Hotels schrieb auf Nachfrage irgendwas von benutzten Teebeuteln, die man dem Tier auf die Augen legen könne, aber das ist offensichtlich nutzloser Hokuspokus. Weitere Recherchen ergaben, dass wir das Kätzchen auch nicht mit einer improvisierten DIY-Therapie aus unseren eigenen Amoxyllin-Vorräten traktieren sollten. Sie allerdings mit dem Fahrrad die 20 km bis zum nächsten Tierarzt und zurück zu kutschieren, schien ebenfalls wie eine große Herausforderung.

Glücklicherweise finden wir heute nach einigem Herumtelefonieren einen Veterinär, der eine Ferndiagnose anhand von Handybildern wagt und uns Medikamente ausgibt. Als Lili nach über 40 km in brütender Sonne mit dem rettenden Pharmakon eintrifft, hat sie Kopfschmerzen. Wir kaufen teures Whiskas, zerstampfen die Tabletten, rühren sie ins Fleisch, füttern das Kätzchen und streichen ihr gegen ihren heftigen Widerwillen Heilpaste um die entzündeten Augen. 

Am Ende sind wir ganz erschlagen. Und das alles für einen seelenlosen kleinen Organismus, der weder Freundschaft noch Dankbarkeit kennt. Nur weil sie sich in unser Herz geschlichen hat. Ich sagte ja, wir hätten nicht länger bleiben dürfen.

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