
🦄 Ponypapers
Noch einen zweiten Tag Großstadtflair genießen wir, ziehen durch die Straßen, stürzen mit zusammengekniffenen Beinen endlich in ein Café, das über eine Toilette verfügt oder ruhen unseren Kopf in unseren Armen auf einem Tisch aus, derweil der Großraumventilator wieder etwas Leben in unsere überhitzten Glieder zaubert.
Was mir an diesem Tag am besten gefällt? Ein Schneider, der an einem Straßentisch in einem kleinen Künstlerviertel aus bunten Kopftüchern gezackte Miniröcke näht. Ja, mögen die sakralen Relikte gestorbener Götter doch unsere halbnackten Körper veredeln. Hoffnungsbilder einer Zukunft, die nicht eintreten wird, weil die Menschheit schon immer verliebt in Totenkulte war und die zementierte Macht, die nur die Religion verleiht.
🐾 Panthapapers
Ein weiterer und letzter Tag in dieser Stadt, dieser Mischung aus Schrottplatz und Museum. Vielleicht ist das ja recht zeitgenössisch. Lili möchte sich ein paar Strähnen färben lassen. Und so stapfen wir zum Friseur. Als wir die Preise erfahren, stapfen wir weiter. Und weiter und weiter. Färben vielleicht ein andermal, bevor sie bei all den frustrierenden Erkundigungen noch grau werden. “Lustig ist das Zigeunerleben, faria faria …” Ich freue mich schon, morgen wieder unterwegs zu sein und diese Urbanopole hinter uns zu lassen. Der Fahrstuhl in unserem Hotel ist nur eine Hebebühne ohne Wände. Ganz sanft öffnen sich seine Türen nach außen, dann tritt man unter einen farbenfrohen Bildschirm, auf dem exotische Vögel zu besänftigender Musik flattern und zwitschern. Der Eigentümer hat seine Herberge “Island Hotel” getauft. Ich bin mir sicher, ich weiß, warum.


