Donnerstag 2.5.2024 Fahrt nach Kuala Kurau (27km)

🦄 Ponypapers

Schon lange haben uns die Göttinnen kein Zeichen mehr geschickt. Vielleicht ist Malaysia zu urban oder der hiesige Monopolgott hat die anderen in irgendwelche Winkel vertrieben, aber weder Geist- noch Tierwesen, noch wundersam verzauberte Orte künden uns von der Anwesenheit untergründiger Mächte.

Aber heute, nachdem wir nach kurzer Fahrt in unsere überteuerte Unterkunft – oh welch kolonialistischen Palast hätte es für 24 Euro in Vietnam geben können (?) – angekommen sind und uns dann auf die Suche nach dem Pool – verlotterte Badewanne – begeben haben, finden wir eine Goldschlange schüchtern und aufmerksam im Gebüsch hängend. Dieses flugfähige Gleittier, die Chrysopelea ornata, ist vielleicht seit langem wieder das erste Zeichen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, der uns schon bald zu einem Pfad führen wird, abseits von Asphaltstraßen. Wo enden die Städte? Wo beginnen die Urwälder? Wer hat einmal ein Paradies gesehen, jenseits einer Insel? Ohne zu blinzeln schaut uns die Goldschlange schweigend an.

🐾 Panthapapers

Auf dem “Farmstay”, auf dem wir heute nächtigen, entdecken wir eine sogenannte Goldschlange. (Danke erneut den Identifizierungs-Apps). Die kann, wie das Internet sagt, bis zu 30 Meter weit fliegen, präziser: gleiten. Recht ungewöhnlich für Kriechtiere, wenn auch keine seltene Gattung in dieser Gegend. “Der Herr nahm der Schlange, die Beine. Und so lernte der Teufel das Fliegen.” So hätte die Geschichte auch lauten können. Zahlreiche Menschen haben bereits ähnliches versucht. Aber ihr Traum endete immer in einer Bruchlandung. 

Dem schuppigen Wesen in unserem Vorgarten jedenfalls mangelt es nicht an Selbstvertrauen. Kein Funken Furcht in ihren Augen, und wenn die beiden großen Wesen ihr noch so nah kommen. Foto, Foto, Foto. Letztlich sind wir diejenigen, die sich verziehen. Wir sind kein Bauernhofkinder. 30 Meter. Ganz schön weit, denke ich bei mir. Aber der Himmel ist trotzdem noch ganz schön weit weg.

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