Freitag 3.5.2024 Fahrt nach Taiping (58km)

🦄 Ponypapers

Ich würde noch so gern liegen bleiben, noch etwas schlafen. Versuche, mit einer Hand Adrian zurück ins Bett zu ziehen. Später bin ich recht glücklich, dass er trotzdem aufgestanden ist und mich nach draußen trieb. Es ist nicht gut, in der Mittagszeit zu fahren.

Die Strecke ist mal wieder bescheiden, nach kurzer Zeit hört der Seitenstreifen auf und wir fahren auf einer zum Glück nur mäßig befahrenen Schnellstraße. Ablenkung von der Sorge, überfahren zu werden, bietet ein Schild, welches die Umgebung als natürliches Habitat für Krokodile ausweist. Rechts und links neben der Straße ein Streifen Busch- und Grasland und ein Kanal mit, ich schätze, Brackwasser ist das richtige Wort, daneben.

Einerseits würde ich sehr gern ein Krokodil sehen und so suche ich im Gras und im Wasser fortwährend nach verdächtigen Zeichen, andererseits möchte ich vielleicht auch doch nicht auf dieser 25 km langen Strecke ein Krokodil in meiner Nähe vorfinden. Letztere Hoffnung geht auf, nun umwinden wir zwei fette Straßen Autobahn und halten vergeblich Ausschau nach einem Café. Ein solches finden wir erst bei Kilometer 50 und so verzeichne ich einen weiteren Negativpunkt für Malayisas imaginären Bikepacking-Score: Kaum Cafés.

Eine Viertel Stunde später bin ich bereit, ihn zu streichen, obwohl er der Wahrheit entspricht. Aber wir werden zu drei allerfeinsten Keksküchlein mit Käsekuchencreme und 2 heißen Miniwaffeln von den Cafébesitzern eingeladen und es stellt sich heraus, selbst in der Fantasie bin ich bestechlich. Das ist die Wahrheit.

🐾 Panthapapers

Die Lebensmittelzufuhr auf Reisen zu kontrollieren, ist immer eine besonders schwierige Aufgabe. Zerbrochene Routinen, verführerische Gelegenheiten, Hunger, einerseits und begrenztes Angebot andererseits machen Essen sowohl zu einem Dauerthema als auch zu einem Dauerproblemen, die Gefahr, sich kiloweise Kalorien in den Rachen zu stopfen, wird allgegenwärtig. Deshalb habe ich mir neulich ein kleines System erdacht, um Nahrung auf einer Skala von +2 bis -2 zu bewerten und zu einer möglichst neutralen Tageszahl zu gelangen. Frisches Gemüse: +2. Gezuckerter Kaffee: -1. Fruchtsaft: +1. Snickers: -2. Am Ende soll möglichst nichts unter Null rauskommen. 

Wenige Tage ist es in Betrieb, als wir heute in einer Bäckerei Zuflucht vor der Sonne nehmen. Nehmen. Das nette, ach, ach, allzu nette Personal beschenkt uns der Reihe nach mit Keksen, frischgebackenen Croissants und kleinen Küchlein, zuckersüß. Wozu Systeme und Zahlen, meine Freunde, wenn sie nur das eigene Versagen dokumentieren? 

Minus Sieben. Und trotzdem. Das war es wert. Morgen ess ich mehr Gemüse.

Nach oben scrollen