Donnerstag 9.5.2024 Fahrt nach Bagan Datuk (45km)

🦄 Ponypapers

Auch heute fahren wir auf schönen Wegen, wunderschöne Fotos würde es geben, würden wir einen Moment stehen bleiben und uns die Zeit nehmen. Aber auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Es ist zu heiß.

Gegen Mittag kommen wir in unserem Hostel an, kühlen uns abwechselnd in der Klimaanlagenluft und kraxeln dann den Weg ins nächstgelegene Café. Dieses bietet  Chicken Chop mit Pommes an, so etwas wie die malaysische Variante vom Wienerschnitzel. Da kann ich einfach nicht widerstehen. Schon steht das dampfende Gericht vor mir, eine Variation der Farbe Ockergelb. Chicken Chop kann aber durchaus unterschiedliche Niveaustufen erreichen: nur mit großem Glück handelt es sich um ein Filetstück, meist erwischt man eher ein Kotelett, wenn man Pech hat mit schlaffer Haut unter der Panade. Dieses gehört zur letzteren Sorte und das unter der Haut glasige Fett lässt mich zweifeln, dass es überhaupt durch ist. Ich streife die mehrere Millimeter breite und in Fett getränkte Schicht Paniermehl ab, um es genauer zu untersuchen. Das Fleisch scheint durch zu sein. Hastig folgen ein paar Bissen, es ist ein wenig wie bei Chips: Man ist noch am gierigen Stopfen, dabei hat das leichte Ekelgefühl schon eingesetzt. Bloß keine Pause machen, ne Handvoll Pommes fährt die Gurgel runter und dann der in Mayonnaise getränkter Krautsalat. Stilvoll ist das nicht. Ich denke an die deutschen Touristen von Thailands Pattayastränden. Gebt mir noch 8 Jahre und tauscht das Fahrrad gegen einen Scooter aus.

Am Ende schiebe ich den Teller, von dem ich vorhin noch so angeregt spachtelte, mit angewiderter Bewegung beiseite. Ich fürchte, das war das letzte Chicken Chop für geraume Zeit.

🐾 Panthapapers

In dem winzigen Städtchen Bagan Datuk hat man alle Häuser bunt angemalt. Man glaubt gar nicht, wie viel das an der Atmosphäre ändert. Eine große Moschee wurde ein Stück weit ins Meer hinaus gebaut. Sehr hübsch, auch die natürlich – blau – gefärbt. Wir speisen bei Indern. Schwer zu entziffernde Mimik. Darüber habe ich ja schon geschrieben. Oft verschlossene, unbewegte, geradezu rüpelhafte Gesichter, die nur mit ungeduldigem Grunzen auf An- oder Nachfragen reagieren, dann manchmal wieder ein plötzlich ausbrechendes warmes, weltumarmendes Lächeln. 

Wie muss ihnen unser dauerseeliges Höflichkeitsgegrinse vorkommen? Vermutlich recht irritierend. Egal, auf Essen und Geld verständigt man sich immer schnell. Und Menschen, die Häuser bunt anmalen, können nur Gutes im Sinne haben.

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